Die Kunst des Geschichten Erzählens

Über die Feiertage war dann doch noch genug Zeit, in einer kleinen Runde Gleichgesinnter die annähernd 3 Stunden für James Camerons neuestes Hi-Tech Movie “Avatar” zu investieren. Für mich als Science-Fiction Fan ein absolutes “must” – und ich wurde auch nicht enttäuscht. Neben tollen CGI (Computer-Generated-Imaginery) Animationen beeindruckte uns vor allem eine atemberaubend schön gemachte Szenerie des Planeten Pandora.

In der anschließenden rituellen Nachbesprechung zum Film wurden dann auch rasch die diversen “Ausleihungen” und Analogien besprochen, welche Cameron unserer Meinung nach – sagen wir mal – inspiriert haben. So erinnerte die Szene des Hubschrauberanflugs inkl. zynischem General stark an “Apocalypse Now”, auch die Robot-Kampfrüstungen zum Einsteigen sahen wir bereits in “Alien – 2, Die Rückkehr” (da auch ein Film von Cameron bleibt das eine Anleihe bei sich selbst). Im Thema selbst gab es dann auch natürlich noch eine Menge Vorlagen. Zu allererst ist uns “Der mit dem Wolf tanzt” eingefallen, aber auch “Pocahontas” oder “Der letzte Mohikaner” erzählen eine ähnliche – zivilisationskritische – Geschichte.

Wie lange Cameron wohl an der Geschichte schreiben musste, zeigt dieses geheime Dokument der Scripter von Avatar 😉

In Amerika ist diese Geschichte natürlich historisch weitaus sensibler gelagert, als es hier ja auch direkt um die Fragen zu Rassismus und Genozid der weissen Einwanderer an den Ureinwohnern geht. Und damit wird dann auch aus einem für manche Europäer fast platt anmutenden Plot eine durchaus spannende Kontroverse, welche sich sehr gut in folgendem Blogeintrag (und den Kommentaren dazu!) entspinnt: http://io9.com/5422666/when-will-white-people-stop-making-movies-like-avatar.

Ich selbst tendiere eher dazu, dass die Geschichte anders erzählt schlicht nicht funktionieren würde. Erst über den Weg der moralischen Läuterung und des Einfühlens in eine fremde Kultur durch den vormaligen Imperialisten entsteht die notwendige Dynamik in der Geschichte. Hollywood funktioniert nun mal (sehr erfolgreich) so und im Prinzip ist das das auch nichts anderes als das sog. “Storytelling” das auch im Journalismus eine gute Geschichte ausmacht.

Gibt´s andere Meinungen? Ihr Kommentar dazu würde mich interessieren.

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4 Gedanken zu “Die Kunst des Geschichten Erzählens

  1. Ich finde, der Film ist offensichtlich ein Hollywood Film. Das meine ich jetzt nicht abwertend. Aber das sollte die Erwartungshaltung sein, wenn man einen Fim besucht der rund 300Mio Dollar gekostet hat, wenn ich mich recht entsinne. Der MUSS ein Kassenschlager werden, alles andere wäre wirtschaftlicher Nonsense…

    Ich finde, dass man den Film besser versteht, wenn man was von Esoterik hält, IMHO geht das über das Indianer&Zivilisationsgschichterl doch etwas hinaus… Stichwort: Einsheit und Reinkarnation.

  2. In dieser Hinsicht sicherlich interessante Fragestellung von Ran Prieur (http://ranprieur.com/)

    January 1. Today I finally made it to see Avatar. Some questions: 1) … 2) Why does the best ever Hollywood film about Indians have to pretend to be about aliens? 3) Why does fictional entertainment keep getting better while politics and news keep getting worse? 4) How weird is it that Europeans came to North America, exterminated almost all the native people, consumed all the resources for money, and then made a movie about it, taking the side of the natives?

    Meiner frommen Meinung nach ist die Geschichte Teil eines globalen Trends die wir heute zunehmend beobachten können, ich meine jene die es auch wahrnehmen wollen. Einige nennen es Neue Renaissance (etwa Daniel Quinn), andere sprechen über eine neue Ebene der menschlichen Selbstbewusstsein (John Perkins, Drunvalo Melchizedek, …) oder über die „anonyme“ Bewegung der Cultural Creatives. So oder so steht fest, wir, in gewisser Hinsicht erblindeten und arroganten zivilisierten, werden früher oder später mit den Grenzen unseres Lebenserhaltungssystems der Erde hart konfrontiert werden (siehe etwa die Vorträge von Professor Albert Bartlett). Eine Gesellschaft die auf ewige Expansion, Raubabbau der natürlichen Ressourcen und unlimitierte Wachstum gebaut ist, ist schlichtweg vergänglich. Long-Term thinking (siehe etwa die Long Now Foundation von Danny Hillis) wäre gefragt. Dies ist leider genauso fremd von uns (besessen von kurzfristigen Quartalszahlen und Jahresergebnissen) wie die Ansichten, Weltauffassung und die Kultur der besagten und ausgerotteten Urbevölkerung. Erfreulicherweise steigt stetig die Anzahl jener, die dies bereits klar erkennt haben. Die überwiegende Mehrzahl ist aber noch immer von Mütterchen Kultur geblendet. Wir brauchen daher solche Hochglanzpolierte Filme wie Avatar, damit endlich einmal der Gedanke auch dort ankommt wo derzeit noch die Dunkelheit regiert.

  3. Das faszinierende an der Natur und der innewohnenden Systeme ist eben, dass alles miteinander zusammenhängt. Das ist für den modernen Menschen nicht einfach zu erkennen, auch nicht der daraus resultierende Wirkungszusammenhang mit seinem Handeln (wie auch die aktuelle Klimadebatte eindrucksvoll zeigt).

  4. Ja stimme vollkommen zu…

    „The objective physical universe is a mental construct of limited usefulness. Reality itself has the structure of a dream — and the Dreamer has depths that we cannot imagine. ‚You‘ and ‚I‘ are like two fingertips that don’t know there’s a body — and that ‚body‘ is probably the fingertip of an even larger body, and so on…“ (by Ran Prieur)

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