Demokratisierung der künstlichen Intelligenz

Nach über zwanzig Jahren in der IT bin ich unverändert neugierig, was wohl als Nächstes um die Ecke kommt. Welcher große Megatrend aus der Informationstechnologie wird wohl die Welt als Nächstes auf den Kopf stellen?

Für 2017 hat unser CEO bereits die Antwort gegeben: Artificial Intelligence. Die Intelligenz aus der Konserve. Die kognitiv begabte Maschine. Der Roboter, der uns die Arbeit abnimmt – im besten Fall nur die, die wir als Menschen auch gerne los haben wollen.

Microsoft-Chef Satya Nadella bei der DLD (Digital-Life-Design) Konferenz. Quelle: dpaMicrosoft-Chef Satya Nadella bei der DLD (Digital-Life-Design) Konferenz, (dpa)

Mit dem Aufmacher „Democratizing AI“ wandte sich der Microsoft Chef Anfang der Woche auf der Internet Konferenz DLD in München an das Publikum und forderte damit nicht weniger als eine Demokratisierung des Zugangs zur künstlichen Intelligenz (KI).

Ein wesentlicher Ansatz dabei ist, die Technologie dahinter breiter verfügbar zu machen, als sie es heute ist. Wie beispielsweise heute schon über den digitalen Butler in Windows 10, Cortana, der ständig dazulernt und die Wünsche des Anwenders antizipiert, bevor sie formuliert sind. Beispielsweise der Vorschlag, ob ein Termin im Kalender verschoben werden soll, weil es gerade einen Stau auf der Wegstrecke dorthin gibt.

Die Technologie-Branche müsse sich ihrer Verantwortung stellen und die Leute fit für die Zukunft machen, betonte Satya Nadella mit Blick auf die Sorge vor der Verdrängung von Jobs durch Maschinen. Künstliche Intelligenz müsse den Menschen helfen, statt sie zu ersetzen. Der Ansatz dahinter soll „augmented“ sein und den Menschen den Teil an Arbeit abnehmen, der für sie wenig attraktiv ist und gleichzeitig auch von Maschinen besser gemacht werden kann.

„Wir brauchen technologische Durchbrüche, um Wachstum über unsere Industrie hinaus anzukurbeln.“

Erst die Datenexplosion der letzten Jahre hat das Thema so richtig beflügelt. Unternehmen sitzen auf einem Berg von Daten, der ihnen gehört und aus dem sie nun die richtigen Erkenntnisse ziehen möchten. Dabei geht es nicht nur um ein besseres Verständnis der Vergangenheit. Es geht hier ebenso um Echtzeitverarbeitung der Daten und entsprechender Regelkreise wie auch die Möglichkeiten von „predictive analysis“ also der Projektion in die Zukunft.

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In diesem Themenkreis rücken jedoch auch vermehrt ethische Fragen in den Fokus. Das klassische Beispiel dafür ist das selbst fahrende Auto, dessen künstliche Intelligenz im Falle eines Unfalls zwischen zwei Menschenleben, beispielsweise einem Kind und einer alten Frau, entscheiden muss. Und damit verbundene Schuld- bzw. Haftungsfragen. Ist der Programmierer schuld an allfälligen unethischen, fahrlässigen oder gar illegalen Folgen des Produkteinsatzes. Oder der Hersteller des Endprodukts? Oder der Konsument? Oder niemand?

Schwer zu sagen.

Oder wie ist zu verhindern, dass KI zu Diskriminierung führt? Beispielsweise weil der weiße und männliche Programmierer darauf vergessen hat, die Routine auf Menschen mit dunkler Hautfarbe und weiblichem Geschlecht mit anzupassen. Oder die fehlende Berücksichtigung von „Equal Pay“ in Gehaltsschemata. Und so weiter.

Das kann nicht alleine vom Markt entschieden werden. Es wird dafür vielmehr Vereinbarungen geben müssen, die sich zu mindestens über folgende vier Bereiche erstrecken werden:

  1. Gesetze
  2. Normen
  3. Technologie
  4. Markt

Diese Bedenken und Forderungen sind teilweise auch bereits bei den Anwenderunternehmen angekommen. So der deutsche Blogger Michael Kroker, der gestern auf seinem Blog die Ergebnisse einer kürzlich veröffentlichten Studie des indischen IT-Dienstleisters  Infosys publizierte, in der 62 Prozent der befragten Unternehmen angaben, dass strikte ethische Standards eingehalten werden müssen, um den Erfolg von KI sicherzustellen.

Gleichzeitig sollen zwei Drittel der Befragten die ethische Probleme, die mit künstlicher Intelligenz verbunden sind, noch nicht vollständig berücksichtigt haben. Dazu gehören laut der zitierten Studie auch Bedenken von Angestellten bezüglich Kontrollmechanismen sowie branchenspezifische Regularien und Gesetze. Insgesamt sollen 53 Prozent der Meinung sein, dass ethische Bedenken eine effektive Anwendung von KI-Technologien stark behindern.

Allerdings sieht ein Großteil der Unternehmen KI auch als langfristige strategische Priorität für Innovation an:

Für drei Viertel der Befragten ist die Technologie grundlegend für den Erfolg ihrer Unternehmensstrategie (76 Prozent); 64 Prozent sind davon überzeugt, dass die Zukunft ihres Unternehmens von einer großflächigen Adaption der KI-Technologie abhängt.

Mehr dazu und der Studie am Blog von Michael Kroker.

Nachtrag: EU-Vorstoß zu Regeln für Roboter (ORF.at, 19.1.2017)

5 Tipps um mehr aus dem Tag zu machen

Was merkt man sich wirklich nach einem langen Tag voller Meetings? Nach dem innerlichen Abhaken diverser Bullshit-Bingo Listen ist es oft nicht viel, was tatsächlich in Erinnerung bleibt. Und wenn man dann auch nichts mitgeschrieben hat, ist es noch viel weniger was vom Tag über bleibt. Produktivität, die sich buchstäblich in Nichts auflöst.

Bilder sagen mehr als Tausend Worte

Meist sind es überhaupt nur die bildhaften Eindrücke, die man dauerhaft mitnimmt. Eine anschauliche Skizze, eine Grafik, ein starkes Bild oder ein lustiger Cartoon. Und das ist kein Zufall sondern wissenschaftlich erwiesen. Unser Gehirn merkt sich bildhafte Inhalte einfach viel besser als Text oder gesprochenes Wort. Etwa 3-4 mal so gut. Das kann man selbst auch gut mit visuell aufgepeppten Einkaufszetteln ausprobieren. Auch die merkt man sich besser. Verbunden mit einer Emotion wird die Merkfähigkeit des Inhalts noch viel besser bis dauerhaft, im Schnitt zwischen 15-20 mal länger.

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Smarter Meetings

Ein guter Grund, sich einmal Gedanken darüber zu machen, wie Meetings so „smart“ angelegt werden, dass sie auch den maximalen Effekt für alle Teilnehmer und der von ihnen eingesetzten Arbeitszeit haben. Egal ob es nun der Leiter des Meetings oder die Teilnehmer sind: Jeder von ihnen kann mit entsprechender Visualisierung der Inhalte einen echten Unterschied machen.

  • Der Vortragende mit einer Grafik am Flipchart oder in moderneren Meeting-Umgebungen einfach mit dem Stift am Surface-Tablet oder Surface Hub.
  • Der Teilnehmer mit grafischen Notizen – auch Sketchnotes genannt, vorzugsweise gleich direkt in OneNote, dem digitalen Notizbuch, das bereits für den digitalen Stift und Windows Ink auf einem Windows Notebook oder Tablet optimiert ist.

Sketchnoting kann jeder

Dabei kommt es entgegen landläufiger Missverständnisse nur auf die Idee und nicht auf die Kunst an. Es funktioniert also auch, wenn man nicht zeichnen „kann“. Hier ein Beispiel zu „Germany´s Next Top Model“ der deutschen Sketchnoterin Frau Hölle (aka Tanja Cappell), die ich letzte Woche auf einem Seminar in Amsterdam kennenlernen durfte. Mehr von ihr zu dem Thema und auch einer Buchempfehlung dazu auf ihrer hier verlinkten Webseite.

Sketchnote Arbeitsbuch

Quelle: http://www.frauhoelle.com/sketchnotearbeitsbuch/

Wer die Grundzüge der Visualierung von Ideen und Konzepten erlernen möchte, kann das übrigens auch online tun.

Tipps für Anfänger

Die schon erwähnte Frau Hölle bietet auf ihrer Webseite eine sehr grundlegende Einführung in das Konzept von Sketchnotes an. Es ist eine Aufzeichnung eines Periscope Livestreams, zum Thema geht es ca. ab Minute 12:00 los. Die von ihr erwähnte re:publica hat immer wieder Sketchnotesessions, die von 2015 findet sich auf YouTube hier. Die von 2016 ist dann in YT gleich der nächste Vorschlag. Die Sessions enthalten wirklich viele interessante Tipps für den Anfänger.

Und Strategyzer bietet mit „How To Facilitate Strategic Conversations With Visuals“  ein knapp einstündiges kostenfreies Webinar zur Visualisierung in Business Meetings an.

Referenzen: Sketchnote Arbeitsbuch* („Fortgeschrittene Techniken zum Erstellen visueller Notizen“)

PS. Nachdem jede erfolgreiche Blog-Überschrift heutzutage wahlweise die 10 schönsten Reiseziele, die besten 7 Ratschläge oder 6 Sätze, die … enthalten muss, habe ich mich für diesen Beitrag mal für „5 Tipps um…“ entschieden. Wer aufmerksam liest, entnimmt diesem Artikel aber deutlich mehr als nur 5 Tipps 🙂

Die perfekte Bewerbung

Was wäre, wenn Bewerbungsgespräche so ablaufen würden, wie es den gängigen Stereotypen des jeweiligen Unternehmens entspräche? Brightside hat sich des Themas angenommen und fühlt mit 13 Job Interviews We´d love to Attend gängigen Klischees auf den Zahn.

Hier zum Beispiel wie es bei IKEA ablaufen würde:

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Wer mal gerne ausprobieren möchte, wie so ein Gespräch bei Microsoft aussieht: Wir haben derzeit in Österreich 15 offene Positionen. Und alle haben was mit „Cloud…“ zu tun…

Im Maschinenraum der Cloud

Wir leben im „Always-On“ Zeitalter. Oder anders ausgedrückt: Wir sind die letzte Generation von Menschen, die noch weiß, was „off-line“ bedeutet.

Das Internet und die Kraft, die dahinter steckt, umgibt uns in jedem Moment unseres Lebens und ähnlich wie beim Strom machen wir uns immer weniger Gedanken, woher dies eigentlich kommt. Aus der Steckdose, woher auch sonst?

Die Rechenzentren dahinter, die uns das Cloud Computing erst ermöglichen, bleiben wie der Maschinenraum eines Kreuzfahrtschiffs weitgehend ausgeblendet. Während am Promenadendeck die Netflix Filme in HD abgespielt werden, die Musik von Spotify & Co gestreamt wird und die Urlaubsfotos auf Facebook geteilt werden, stampfen unterhalb der Wasserlinie für die Passagiere kaum hörbar die schweren Kolben, die das alles antreiben.

Werfen wir doch mal einen Blick in den Maschinenraum der Cloud. Ein Maschinenraum, der laut Prognosen bereits Mitte der nächsten Dekade der größte Energieabnehmer der Welt sein könnte.

Wohin mit der Wärme?

Eines der größten Probleme in großen Rechenzentren: Die vielen Tausende von Prozessoren erzeugen derart viel Abwärme auf kleinstem Raum, dass die Kühlung inzwischen eine der größten Herausforderungen darstellt. Und die Kühlung kostet extra Energie, die neben dem Betrieb der Server zusätzlich anfällt.

Also warum nicht einfach auf den Meeresgrund damit? Kein Witz! Das Projekt „Natick“ hat das ganz ernsthaft erprobt. Dabei ging es Microsoft Research mehr um die Machbarkeit als um einen Pilotversuch und neben den Kühlaspekten wurden auch Alternativen der Energieerzeugung wie beispielsweise aus Gezeitenstrom evaluiert.

Ein weiterer Vorteil einer derartigen Lösung wäre zudem die größere Nähe zu den globalen Ballungszentren, die großteils nahe der Meeresküste gelegen sind. Das reduziert auch die sogenannte „Latenz“, was zu schnelleren Downloads und Antwortzeiten für Online Anwendungen führt.

Aber das ist noch Zukunftsmusik.

Realität sind hingegen bereits Serverfarmen, die wie Schiffscontainer im Freien oder am Dach einer Halle stehen und von einem ausgeklügelten System von Luft und Wasserkühlung ähnlich wie ein Niedrigenergiehaus (nur umgekehrt) ohne zusätzlichen Energieaufwand auf die Betriebstemperatur gekühlt werden.

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Bleibt aber noch immer die Energie für den Betrieb der Rechnerfarmen selbst. Woher kommt beispielsweise der Strom für die Microsoft Cloud; das zweitgrößte Rechenzentrum der Welt, das an über 100 Standorten in 40 Ländern global verteilt ist?

Strom für über 1 Million Server weltweit

Und da kann sich Microsoft durchaus sehen lassen. Neben einer möglichst nachhaltigen Nutzung  – so konsumiert bspw. das Datacenter in Chayenne, Wyoming inzwischen nicht nur Energie, sondern produziert diese als „Prosumer“ auch über Windkraft, siehe Grafik – steigt der Anteil der erneuerbaren Energie für die Microsoft Cloud kontinuierlich an.

Schon jetzt werden 44% des benötigten Stroms für die globalen Microsoft Rechenzentren aus Wind-, Sonnen- und Wasserenergie hergestellt. Und das Ziel liegt bei 50% bis 2018 bzw. 60% bis Anfang der nächsten Dekade, um irgendwann einmal auch 100% erreichen zu können.

Kann man der Cloud vertrauen?

Und dann wären natürlich noch die Aspekte rund um Sicherheit und Datenschutz. Dazu gilt es abseits all der Zertifizierungen und ISO genormten Sicherheitsstandards eines Rechenzentrums mittlerweile als allgemeiner Wissenstand, dass man die vergleichbare Sicherheit und Datenintegrität einer eigenen IT Infrastruktur gar nicht mehr selbst zu einem konkurrenzfähigen Preis-/Leistungsverhältnis herstellen kann. Das liegt unter anderem auch an den unerreichbaren economies-of-scale (Skaleneffekte) einer hyperskalierten Cloud.

Die rechtlichen Aspekte wie Datenschutz oder Compliance, wie bei behördlichen Anfragen reagiert wird und vieles mehr sind in den letzten Jahren recht breit und sehr öffentlich diskutiert worden, die Transparenz dazu ist stark gestiegen und auch daran kann man bereits den fortgeschrittenen Reifegrad des Cloud Computings erkennen; insbesondere was US Anbieter wie Microsoft betrifft. Europäische bzw. deutschsprachige Kunden finden abseits ihrer jeweiligen Verträge mittlerweile auch öffentlich sehr detaillierte Informationen dazu.

Nicht zuletzt aus Gründen der Sicherheit bleibt den meisten Menschen aber ein Blick in derartige Rechenzentren versperrt. Der Zugang ist streng überwacht und Details zur Infrastruktur, zu Zahlen und Daten sind aus eben diesen Gründen eher nur spärlich vorhanden.

Ein Blick in den Maschinenraum gefällig?

Wen nun eine kleine Tour durch die Microsoft Rechenzentren interessiert, ist über die zwei folgenden Videos herzlich dazu eingeladen.

Hier mal der kurze Apetizer dazu (1:42min)

Und hier das Video zur eigentlichen Tour (knapp 5 min). Es gibt auf YouTube auch eine 10min Version, die aber nicht viel mehr bietet als diese Version.

Zwei von drei Anwendern erleben Betrugsversuche durch falschen Support

Ich habe in diesem Blog schon einmal darüber geschrieben. In letzter Zeit kommt es jedoch wieder vermehrt zu betrügerischen Kontaktversuchen per Telefon, via E-Mail oder über Webseiten und Pop-ups. Die Betrüger geben sich als technische Support-Mitarbeiter aus, verfolgen aber ausschließlich das Ziel, mobile Endgeräte und Rechner mit Schadsoftware zu infizieren und persönliche Daten von Nutzern für betrügerische Zwecke abzuschöpfen.

Eine aktuelle Studie der Digital Crime Unit von Microsoft weist aus, dass zwei von drei Anwendern weltweit in den vergangenen Jahren Betrugsversuche durch einen vermeintlichen technischen Kundendienst erlebt haben. Im deutschsprachigen Raum liegt dieser Anteil bei 51 Prozent. Weltweit immerhin jeder Fünfte (20 Prozent) hat auf die betrügerische Kontaktaufnahme reagiert – mit dem Download von Software, dem Besuch einer verseuchten Webseite, dem Übermitteln von Kreditkartendaten oder der Freischaltung des Zugangs zum eigenen Rechner.

Bei uns liegt dieser Anteil bei nur sieben Prozent. Die wichtigsten Ergebnisse der Umfrage finden sich auch in dieser Infografik. Microsoft Betrugsfälle Infografik.jpg

In einem aktuellen Blogpost informiert Joachim Rosenoegger, Investigator bei Microsoft, über die Hintergründe der Attacken und beschreibt, wie sich die Nutzer von Smartphones, Tablets und Rechnern gegen diese Angriffe schützen und zur Wehr setzen können.

Ich freue mich, wenn ihr diese Informationen auch weiter teilt.

Cool Job Microsoft

Wie bewirbt man sich richtig? Nicht, dass ich darauf eine Antwort hätte. Aber ein Beispiel aus Schweden zeigt zu mindestens beispielhaft auf, wie es gehen könnte.

Hier die Geschichte:

Die Microsoft Kollegen in Schweden suchten einen kreativen Content Manager und schalteten ein entsprechendes Inserat. Darin verwendeten sie auch den hashtag #kuljobbmicrosoft (vulgo ‚cooljobmicrosoft‘). Sie staunten nicht schlecht, als sie ein E-Mail mit dem mysteriösen Absender “Kul Jobb Microsoft” erhielten, mit einer E-Mail Adresse von der Webseite www.kuljobbmicrosoft.se.

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Eine Bewerbung in Form einer Webseite. Und dazu ein Twitter und Instagram Account mit demselben handle – der bereits der Hiring Managerin und ihren Kollegen folgte. Da hat also wer seine Hausaufgaben gemacht, dachten sie. Die Krönung war jedoch, dass sogar Ads bei Suchmaschinen gebucht waren, die auf Microsoft IP-Adressen eingegrenzt waren (d.h. nur für Microsoft Mitarbeiter sichtbar). Also online targeting ohne Streuverlust.

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Das zeigte, dass der oder die Bewerberin viel Wissen und Eigenschaften für die Rolle mitbringt, eine gehöhrige Portion Kreativität besitzt, social media und Online Marketing versteht, weiß, wie man eine Webseite aufsetzt und Search Engine Marketing (SEM) anwenden kann. Nicht die schlechtesten Voraussetzungen für die Einladung zu einem Gespräch. Die der Kandidat auch bekam.

Im Zuge der Bewerbung stießen die HR Kollegen dann auch noch auf die LinkedIn Seite des Aspiranten. Und fanden ein sowohl vom Inhalt als auch vom Umfang eindrucksvolles Profil, in dem das aufrichtige Interesse an Microsoft durch einen post mit dem Titel „Microsoft interesting again“ unterstrichen wurde.

Und das Ende vom Lied? Steht im LinkedIn Profil von Erik ganz oben…

Connected Living 2025

Meine Mutter war und ist begeisterte Reader´s Digest Leserin. Und so kam ich bereits als Kind in Berührung mit diesen Mini-Büchlein im A5 Format, die monatlich einen sehr breiten Querschnitt an Themen lieferten. Und immer dabei – die Zukunftsgeschichten aus dem Wissenschaftsressort, die mehr oder weniger gewagte populärwissenschaftliche Blicke auf die nächsten Jahrzehnte erlaubten. Und irgendwann entdeckte ich am Dachboden die ganz alten Hefte, die aus den 60er Jahren. Mit den Geschichten, wie unsere Städte, Autos und Öffis im Jahr 2000 aussehen würden. Überall Magnetschwebebahnen, Druckkapseln, die die Fahrgäste wie eine Rohrpost durch die Stadt schießen oder Luftschiffe mit Ionenantrieb. Ich liebte sie. Manches davon ansatzweise Realität. Aber größtenteils völlig überzogene Science Fiction, wie wir es im historisch gnädigen Rückblick feststellen können.

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Doch so verhält es sich mit allen Arten von Ausblicken und Vorhersagen. Umso mehr, als es den Blick in die fernere Zukunft betrifft. Und in Umkehrung von Amaro´s Gesetz  denke ich, dass wir wohl auch immer dazu tendieren, zu überschätzen, was in 30 oder 40 Jahren tatsächlich möglich sein kann. Und gleichzeitig geradezu fahrlässig zu unterschätzen,  was in nur wenigen Jahren zu unumkehrbaren Weichenstellungen für unser zukünftiges Leben führen kann. Mit Technologien wie dem World Wide Web (WWW) oder dem Mobiltelefon hat es sich so verhalten.  Auch Cloud Computing ist gekommen um zu bleiben. Und mit dem Internet der Dinge und den Möglichkeiten von Big Data verhält es sich ebenso.

Aber wie werden diese Technologien tatsächlich unser aller Leben verändern? Weitaus weniger spekulativ erscheint mir hier der Ansatz einer repräsentativen Umfrage, über die ich kürzlich gelesen habe.

Der niederländische SIM Kartenhersteller Gemalto hat europaweit 1200 junge Erwachsene zu ihren Erwartungen an die digitale Zukunft befragt und die Ergebnisse in seiner Studie “Connected Living 2025” unlängst veröffentlicht. Gemeinsamer Tenor dabei war, dass die Vernetzung weiter zunehmen und digitale Technologien unser Leben noch schneller und umfassender durchdringen werden, als heute.

Etwa ein Drittel der Studienteilnehmer kann sich beispielsweise vorstellen, dass sich Smartphones über eine DNA-Erkennung entsperren lassen. Dass Mobiltelefone künftig mit einem Netzhaut-Scanner ausgestattet sind, halten sogar 43 Prozent für wahrscheinlich, und 44 Prozent glauben an die Gesichtserkennung. Immerhin setzt auch Windows 10 bereits auf die sogenannte Iris-Erkennung, die das Entsperren durch den Blick in die Kamera möglich macht und macht diese Technlogie damit einem Milliardenpublikum zugänglich.

Und wie stellen sich die Befragten die Smart City von morgen vor? Wie wird die Digitalisierung das Reisen oder unser Arbeiten verändern? Mehr Details dazu findet ihr im Original auf der Gemalto Seite (Download Studie und Infografik) und die Infografik auch am Blog von Michael Kroker, über den ich das aufgeschnappt habe.