Das zweit meistgehasste Video aller Zeiten – YouTube Rewind 2018

Seit dem Jahr 2011 veröffentlicht YouTube einen Jahresrückblick über die wichtigsten und herausragendsten Ereignisse auf der führenden Videoplattform der Welt. Im Normalfall ist das eines der beliebtesten Videos auf YT, da es eine Art Nabelschau der YouTuber darstellt, die sich hier abfeiern lassen können. So hatte jedes Video so um die 1,5M Likes (2014) bis 3,9M Likes (2016). Dies aber auch mit ständig steigenden Dislikes. Waren es 2014 noch 75.000 stieg die Anzahl der Leute, denen der Zusammenschnitt missfiel, im Jahr 2016 bereits auf über eine halbe Million. Das hätte YouTube bereits eine Warnung sein können.

Und dann kam 2018. Unglaubliche 11 Millionen Menschen drückten beim aktuellen Rewind Video, das vor einer Woche raus kam, auf den Dislike Button und katapultierten das Video auf einen Schlag zum zweit meistgehassten Video, das jemals auf YouTube hochgeladen wurde (nach Justin Biebers „Baby“). Was ist da geschehen?

YT-Rewind-2018

Man kann sich vorstellen, dass bereits jede Menge Analysen dazu im Netz kursieren und man kann das sicher aus verschiedensten Richtungen heraus ansehen.

Meine Sicht darauf entwickle ich aus der Perspektive Storytelling und der Rolle, die Authentizität dabei spielt. Jahr für Jahr hat YouTube sich mit dem Jahresrückblick von seinem eigenen Narrativ entfernt, eine Plattform zu sein, die ihren Zusehern die Freiheit gibt, sich selbst authentisch zu präsentieren. Statt dessen hat sich YouTube sukzessive den Ansprüchen seiner Anzeigenkunden genähert. Immer mehr Celebrities in die Videos gedrückt, die mit der eigentlichen Story gar nichts zu tun haben (wie bspw. Will Smith im aktuellen Rewind), aber bei den Werbern ziehen. Immer schnellere Schnitte, die zu immer konfuseren Storylines führen, immer mehr Anleihen für Advertising in immer kürzerer Zeit.

Aber werft selbst mal einen Blick auf das Rewind 2018 Video:

War Rewind 2011 noch eine Erzählung, so wurde schon ein paar Jahre später ein Mash-up daraus, der über die Jahre immer mehr überladen wurde und zu einer chaotischen Montage von Versatzstücken wurde, die vor allem den eigenen Werbekunden zukommen soll. So fehlt beispielsweise jede Ahnung von kontroversiellem Inhalt, da dies Werber im Normalfall nicht mögen.

Der einzige Konflikt, der nun recht drastisch sichtbar wurde, ist der zwischen YouTube selbst und seiner Community von Kreativen, Individualisten und Künstlern, dem breiten Spektrum der YouTubers eben. Die mehr als 1,6 Millionen Kommentare unter dem Video sprechen dazu buchstäblich Bände.

Für mich als Geschichtenerzähler ist das ein sehr schönes Beispiel für die Wichtigkeit von Authentizität im Storytelling; darauf zu achten, in unseren Stories den Menschen, um die es geht, auch genug Raum zu geben und sie nicht etwa in einen unnatürlichen, unglaubwürdigen und künstlichen Kontext zu stellen, der eine gänzlich andere Agenda verfolgt. 

Hier zum Vergleich das Video aus dem Jahr 2014. Zwar mit „nur“ 192.000 Kommentaren, wobei man schon sehr weit nach unten scrollen muss, um nicht nur in den Vergleichskommentaren zum Rewind 2018 Video zu lesen.

Ein Microsoftie auf der Apple Bühne

Wann war doch gleich mal der letzte Microsoftie auf einer Apple Bühne? Richtig – Nie! Manche werden sich noch an die Ankündigung des Microsoft Investments in Apple im Jahr 1997 erinnern – aber da war Bill Gates nur via Videowall zugeschaltet.

APPLE IPHONE
© by David Paul Morris/Bloomberg via Getty Images

Und so war der gestrige Auftritt des Microsoft Managers Kirk Koenigsbauer tatsächlich auch ein bemerkenswertes Zeichen einer stark in Bewegung stehender Microsoft, die die jahrzehntelang bestehenden Stacheldrahtzäune zwischen den Plattformen sukzessive einreißt. Dies mit Produkten wie Office 365 und Office Apps für iOS und Android Systeme, die damit die eigene mobile Plattformstrategie sehr wirkmächtig ergänzen.

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Es gibt kein Social Media – Nur Werbung

Wer erinnert sich noch daran, als alles anfing? Als die ersten Blogs aufkamen, immer mehr Hauptwörter mit „2.0“ endeten und wir begannen, von sozialen Medien zu sprechen. Der Legende zufolge hatte das alles einen Anfang in der Formulierung eines Manifestes gehabt. Nur, was ist davon übergeblieben, von der hehren These eines Markts, der bald nur mehr von Konversationen bestimmt sein wird?

Der Autor Mike Proulx hat dazu einen guten Beitrag publiziert, den ich meinen Lesern hier gerne in deutscher Übersetzung wiedergebe.

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Das Unternehmen als Medium

Ich folge gerne dem Aufruf von Klaus Eck zur Blogparade zum Thema “Content-Marketing und Corporate Blogs 2015” – nicht zuletzt, weil ich nun schon seit über 8 Jahren einen Business Blog entlang meiner Tätigkeit als Unternehmenssprecher von Microsoft Österreich führe.
(photo credits: © Brian A Jackson – shutterstock.com)

Meinen ersten post im April 2006 veröffentlichte ich noch auf der mittlerweile von Microsoft eingestellten Plattform spaces.live.com, die ich dann 2009 mit knapp 150 Beiträgen auf WordPress migrierte. Bereits in diesem Beitrag (“Stunde Null”) beschäftigte ich mich mit der Frage der Verortung von Begrifflichkeiten wie Corporate Blog, Firmen Blog, Business Blog, Persönlicher Blog oder Privater Blog. Damals wie heute bin ich der Auffassung, dass es vor allem um die Person geht, die bloggt, nicht so sehr um den Mantel darum. Authentizität also.

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Geschichten aus der Chefetage

Als der Papst zurücktrat, verkündete er es in Latein. Das ist insoweit interessant, als Latein ja gemeinhin als tote Sprache gilt und vermutlich für viele seiner über eine Milliarde großer Anhängerschar zudem als unverständlich. Aber wie auch immer, irgendwer hat es dann doch verstanden und hat es dem Rest der Welt erzählt.

ManagementInteressanterweise bedienen sich Top Manager häufig ähnlicher Methoden. Sie kommunizieren ebenfalls in einer Sprache, die viele Merkmale einer toten Sprache aufweisen. Sie sprechen “strategisch”, einer Mischung aus phantasievollen Scrabble Wortkreationen und Buzzword-Bingo, ähnlich unverständlich wie Latein für die meisten von uns. Und damit wird nichts Geringeres als eine Organisations-änderung des Unternehmens, was das Unternehmen auf diesem Planeten erreichen möchte oder wie der einzelne Mitarbeiter dazu beitragen kann, kommuniziert.

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Running SharePoint–1300km Arbeit im Laufschritt

Lauf Wien - Kopenhagen

PENG. Der Startschuss ist gefallen. Gestern Nachmittag ist Florian Grasel, CEO der Smarter Business Solutions GmbH, in sein 1.300 km Abenteuer gestartet. Der Microsoft Partner wird in den nächsten 4 Wochen den Extrembeweis antreten, dass mobiles Arbeiten funktioniert. Mit im Gepäck hat er ein Microsoft Surface und ein Windows Phone, Marke Nokia 920.

„Ich sehe mich als Botschafter des mobilen Arbeitens. Die Vision, überall und jederzeit arbeiten zu können, wird mit Microsoft SharePoint zur Realität. Mit diesem Lauf möchte ich das beweisen – und mir zugleich auch einen Kindheitstraum erfüllen, indem ich quer durch Europa laufe“

(Florian Grasel über sein außergewöhnliches Projekt)

 

Wenn alles nach Plan läuft, wird der Ultra-Läufer am 5.2. in Kopenhagen eintreffen und dort auf der European SharePoint Conference eine Keynote halten.

Unterwegs wird er auf seiner Route Unternehmenskunden im SharePoint Bereich besuchen und beraten. Die Erlöse daraus kommen einem guten Zweck zugute, den Schmetterlingskindern bzw. dem Verein Debra.

Und wenn er danach noch gut drauf ist, wird er wieder nach Wien zurücklaufen. Er möchte auf alle Fälle rechtzeitig zum Microsoft Day (Motto: "New Work City”, Das neue Arbeiten) zurück sein.

Sein Blog findet Ihr auf www.runningsharepoint.com und via Twitter ist er unter @runningShareP erreichbar.

Hier weitere Bilder aus dem Fotoshooting mit Florian Grasel.

Das Ende des Firmengeschwätzes

Bereits im berühmten Cluetrain Manifesto (April, 1999) haben sich die revolutionären Veränderungen in der PR Branche angedeutet. Zornig sagten damals die Social Media Vordenker dem Corporate Sprech und Marketing Bla-Bla den Kampf an und forderten von Unternehmen eine offene, natürliche und menschlichere Kommunikation anstatt dem “Firmengeschwätz über den Mehrwert ihrer Waren” ein.

Nun, 12 Jahre später, hat das Thema keineswegs an Aktualität eingebüßt. Im Gegenteil, Social Media ist nun auch tatsächlich in der Unternehmensgegenwart angekommen und verändert zunehmend die Art und Weise der Firmenkommunikation.

Ein wesentliches Instrument dabei ist das sog. “Storytelling”, das sowohl in der externen wie auch internen Kommunikation einer Organisation einen immer höheren Stellenwert bekommt.

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