Die Roboter kommen…

Über die Weihnachtsfeiertage bin ich auf folgenden – sehr lesenswerten – NYT Online Artikel gestoßen: The Robots Are Coming, and Sweden Is Fine. Die zentrale Frage, der hier nachgegangen wird, ist, warum gerade die Schweden so wenig Angst vor den Robotern haben, wenn es um ihre Arbeitsplätze geht.  

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NYT Artikel, Online 27.12.2017

Die Autoren beziehen sich darin auf eine EU-28 Eurobarometer Studie, die im May 2017 publiziert wurde: Attitudes towards the impact of digitisation and automation on daily life. Darin wurden in allen EU Staaten neben der grundsätzlichen Einstellung zu Innovation auch die Erwartungshaltung zum Thema Künstliche Intelligenz und Automatisierung abgefragt.

In Österreich überwiegt zwar mit 55% Zustimmung die positive Sicht dazu, bleibt dabei allerdings deutlich unter dem EU Schnitt (61%). Während Skandinavien wie so oft in derartigen Rankings, wo es um Innovationsfähigkeit und Mut zur Veränderung geht, das Spitzenfeld abbildet.  

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Die Studie verweist dabei auf den leicht nachvollziehbaren Zusammenhang zwischen Informationsgrad und Zustimmung. Das heißt, umso besser Menschen über neue Technologien informiert sind oder diese auch bereits nutzen, umso mehr haben sie auch eine positive Meinung und fassen Vertrauen dazu. Indirekt wird daher vielleicht dieser Blogbeitrag auch etwas positives bewirken können…

Ich kann das aber auch gut am eigenen Beispiel nachvollziehen: So besitze ich beispielsweise seit Weihnachten einen dieser intelligenten Lautsprecher, die man per Sprache („Echo, spiele Jazz“, „Echo, wie wird das Wetter morgen“, etc.) bedienen kann, mache meine ersten Erfahrungen damit, sehe auch, wie die künstliche Intelligenz der Maschine meine Kommandos immer besser umsetzt, wie selbstbewusst meine kleine Tochter damit umgeht, wie sie sich um eine besonders deutliche Aussprache bemüht, um verstanden zu werden – und merke, wie sehr sich meine eigene Sichtweise zum „Spion im Wohnzimmer“ ins Positive gedreht hat.

In der EU-Studie ist der Unterschied bei der Zustimmung zwischen den Befragten, die in den letzten 12 Monaten irgendetwas zum Thema Künstliche Intelligenz gelesen oder gehört haben und denen, die nichts dazu vernommen haben, dann auch entsprechend hoch (75% vs. 49%).    

Aber wieder zurück zum NYT Artikel, denn hier findet sich am Beispiel Schwedens ein weiterer wesentlicher Anhaltspunkt für die europaweit unterschiedlichen Sichtweisen auf das Thema Roboter bzw. Arbeitsautomatisierung: 

Und zwar der Zusammenhang zum Thema Sozialsystem bzw. soziale Absicherung!

Am Beispiel eines schwedischen Untertagebaus wird klar, dass schmutzige und schwierige Arbeit, die gesundheitliche Langzeitfolgen haben kann (Staublunge, etc.) auch gut von Maschinen übernommen werden kann. Damit werden zum einen langfristige Folgekosten für das Sozialsystem verringert. Die Arbeiter fühlen sich andererseits aber auch vom Unternehmen wie auch vom staatlichen Sozialsystem her gut abgesichert und sehen die Automatisierung generell positiv. „There will always be other work tasks“ sagt der Arbeiter, der die Vortriebs-Maschine aus einem Raum per Joystick steuert, und schließt mit „Die Company wird schon auf uns schauen“.

Der letzte Satz macht auch deutlich, dass das Vertrauensverhältnis zwischen Unternehmen und Mitarbeiter speziell in diesem Fall wohl auch eine deutlich höhere Qualität aufweist als in klassischen „hire&fire“ Strukturen, wo es ausschließlich um den Profit geht.

Und darin liegt wohl auch der Knackpunkt. Selbst der Gewerkschafter des Betriebes erklärt dazu sehr pointiert:

Ich fürchte mich nicht vor neuer Technologie. Ich fürchte mich vor alter Technologie!

Und weiter, im Hinblick auf das Angebot für ständige Weiterbildung

Wir schützen keine Jobs. Wir schützen die Arbeiter.

Das macht sehr deutlich, dass eine gute soziale Absicherung auch gut für die Innovationsfähigkeit und das Unternehmertum eines Landes ist. Oder anders ausgedrückt: wenn die Wirtschaft wirklich auch für die Menschen da ist, hat das auch positive Rückeffekte auf die Wirtschaft und den Standort. 

 

 

 

Demokratisierung der künstlichen Intelligenz

Nach über zwanzig Jahren in der IT bin ich unverändert neugierig, was wohl als Nächstes um die Ecke kommt. Welcher große Megatrend aus der Informationstechnologie wird wohl die Welt als Nächstes auf den Kopf stellen?

Für 2017 hat unser CEO bereits die Antwort gegeben: Artificial Intelligence. Die Intelligenz aus der Konserve. Die kognitiv begabte Maschine. Der Roboter, der uns die Arbeit abnimmt – im besten Fall nur die, die wir als Menschen auch gerne los haben wollen.

Microsoft-Chef Satya Nadella bei der DLD (Digital-Life-Design) Konferenz. Quelle: dpaMicrosoft-Chef Satya Nadella bei der DLD (Digital-Life-Design) Konferenz, (dpa)

Mit dem Aufmacher „Democratizing AI“ wandte sich der Microsoft Chef Anfang der Woche auf der Internet Konferenz DLD in München an das Publikum und forderte damit nicht weniger als eine Demokratisierung des Zugangs zur künstlichen Intelligenz (KI).

Ein wesentlicher Ansatz dabei ist, die Technologie dahinter breiter verfügbar zu machen, als sie es heute ist. Wie beispielsweise heute schon über den digitalen Butler in Windows 10, Cortana, der ständig dazulernt und die Wünsche des Anwenders antizipiert, bevor sie formuliert sind. Beispielsweise der Vorschlag, ob ein Termin im Kalender verschoben werden soll, weil es gerade einen Stau auf der Wegstrecke dorthin gibt.

Die Technologie-Branche müsse sich ihrer Verantwortung stellen und die Leute fit für die Zukunft machen, betonte Satya Nadella mit Blick auf die Sorge vor der Verdrängung von Jobs durch Maschinen. Künstliche Intelligenz müsse den Menschen helfen, statt sie zu ersetzen. Der Ansatz dahinter soll „augmented“ sein und den Menschen den Teil an Arbeit abnehmen, der für sie wenig attraktiv ist und gleichzeitig auch von Maschinen besser gemacht werden kann.

„Wir brauchen technologische Durchbrüche, um Wachstum über unsere Industrie hinaus anzukurbeln.“

Erst die Datenexplosion der letzten Jahre hat das Thema so richtig beflügelt. Unternehmen sitzen auf einem Berg von Daten, der ihnen gehört und aus dem sie nun die richtigen Erkenntnisse ziehen möchten. Dabei geht es nicht nur um ein besseres Verständnis der Vergangenheit. Es geht hier ebenso um Echtzeitverarbeitung der Daten und entsprechender Regelkreise wie auch die Möglichkeiten von „predictive analysis“ also der Projektion in die Zukunft.

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In diesem Themenkreis rücken jedoch auch vermehrt ethische Fragen in den Fokus. Das klassische Beispiel dafür ist das selbst fahrende Auto, dessen künstliche Intelligenz im Falle eines Unfalls zwischen zwei Menschenleben, beispielsweise einem Kind und einer alten Frau, entscheiden muss. Und damit verbundene Schuld- bzw. Haftungsfragen. Ist der Programmierer schuld an allfälligen unethischen, fahrlässigen oder gar illegalen Folgen des Produkteinsatzes. Oder der Hersteller des Endprodukts? Oder der Konsument? Oder niemand?

Schwer zu sagen.

Oder wie ist zu verhindern, dass KI zu Diskriminierung führt? Beispielsweise weil der weiße und männliche Programmierer darauf vergessen hat, die Routine auf Menschen mit dunkler Hautfarbe und weiblichem Geschlecht mit anzupassen. Oder die fehlende Berücksichtigung von „Equal Pay“ in Gehaltsschemata. Und so weiter.

Das kann nicht alleine vom Markt entschieden werden. Es wird dafür vielmehr Vereinbarungen geben müssen, die sich zu mindestens über folgende vier Bereiche erstrecken werden:

  1. Gesetze
  2. Normen
  3. Technologie
  4. Markt

Diese Bedenken und Forderungen sind teilweise auch bereits bei den Anwenderunternehmen angekommen. So der deutsche Blogger Michael Kroker, der gestern auf seinem Blog die Ergebnisse einer kürzlich veröffentlichten Studie des indischen IT-Dienstleisters  Infosys publizierte, in der 62 Prozent der befragten Unternehmen angaben, dass strikte ethische Standards eingehalten werden müssen, um den Erfolg von KI sicherzustellen.

Gleichzeitig sollen zwei Drittel der Befragten die ethische Probleme, die mit künstlicher Intelligenz verbunden sind, noch nicht vollständig berücksichtigt haben. Dazu gehören laut der zitierten Studie auch Bedenken von Angestellten bezüglich Kontrollmechanismen sowie branchenspezifische Regularien und Gesetze. Insgesamt sollen 53 Prozent der Meinung sein, dass ethische Bedenken eine effektive Anwendung von KI-Technologien stark behindern.

Allerdings sieht ein Großteil der Unternehmen KI auch als langfristige strategische Priorität für Innovation an:

Für drei Viertel der Befragten ist die Technologie grundlegend für den Erfolg ihrer Unternehmensstrategie (76 Prozent); 64 Prozent sind davon überzeugt, dass die Zukunft ihres Unternehmens von einer großflächigen Adaption der KI-Technologie abhängt.

Mehr dazu und der Studie am Blog von Michael Kroker.

Nachtrag: EU-Vorstoß zu Regeln für Roboter (ORF.at, 19.1.2017)

Lebenslang

Seit knapp einem Jahr drücke ich wieder die Schulbank. Mein erstes Exklusivinterview 😉 dazu führte ich mit der Computerwelt Journalistin Michaela Holy:

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Darin geht es auch um das Konzept des lebenslangen Lernens (klingt eigentlich wie eine Verurteilung, deshalb sage ich eigentlich auch lieber “lebensbegleitendes” Lernen dazu). Aber gerade in einer Zeit und insbesonders einer Branche, in der die gefühlte Veränderung und der permanente Wandel im mildesten Fall Ohrensausen verursachen können, ist es doppelt wichtig, seine Lernkapazität wie einen trainierten Muskel fit zu halten und für Neues offen zu bleiben.

Das betrifft auf einer Metaebene natürlich genauso Unternehmen, welche sich immer stärker als eine “lernende Organisation” begreifen müssen, um am Markt mit “change intensiven” Trends wie Mobile Business, Cloud Computing, Virtualisierung sowie Search und Semantic Web Schritt halten zu können.

Wen es interessiert, hier der Link zum Curriculum meines MBA Studiums an der MODUL Universität Wien.

Das neue Arbeiten

Die sogenannte “Informationsarbeit” wird in unseren Breiten bald mehr als 70% der Wertschöpfung betreffen. Das ist wirklich viel. In gleichem Maße wie die klassischen Beschäftigungsverhältnisse in Landwirtschaft und Industrie zurückgehen, entstehen neue Jobs und Arbeitsverhältnisse, welche stark mit der Nutzung von Informationstechnologie einher gehen.


image Alleine in der EU werden in den nächsten 4 Jahren ca. 7,5 Millionen derartiger “neuer Jobs” entstehen. Jobs, die es heute noch gar nicht gibt. Und die ohne die entsprechende Wissensbasis (Stichwort “E-Skills”) gar nicht vorstellbar wären.

Vor diesem Hintergrund hat Microsoft das aktuelle Whitepaper: “Das Neue Arbeiten” publiziert. Autoren des Papieres sind Michael Bartz und Petra Jenner.

Mit diesem Papier präsentiert Microsoft eine kompakte Analyse, in die Erfahrungen und Entwicklungen der letzten vier Jahre eingeflossen sind. Das Whitepaper zeigt auf Basis von fünf Megatrends die wichtigsten Herausforderungen für Unternehmen in der neuen Welt des Arbeitens. Konkret geht es u.a. um:

  • Ökosysteme statt linearer Wertschöpfungsketten
  • Auflösung traditioneller Organisationsstrukturen
  • Arbeit & Ort
  • Parallele Arbeitsstile
  • Wissen statt Information

 Verfügbar ist das Microsoft Whitepaper “Das Neue Arbeiten” unter:

http://www.microsoft.com/austria/enterprise/article.aspx?Id=Das+Neue+Arbeiten

http://www.microsoft.com/austria/enterprise/article.aspx?Id=Mediathek


Have a read 😉

Die neue Welt der Arbeit

Nicht zuletzt aufgrund des bevorstehenden Launches von Office 2010 System, welches auch Themen wie Unified Messaging, Videokonferenzen und Wissensmanagement umfasst, sprechen wir in diesen Tagen verstärkt von der “Zukunft der Arbeit” und wie neue Technologien unsere Arbeits- und Lebenswelten verändern.

Dabei spielen Megatrends wie Mobilität und Echtzeitkommunikation eine große Rolle. Und natürlich die spannende Frage, wie das Büro der Zukunft denn aussehen wird?

Aus Sicht des Öffentlichkeitsarbeiters haben sich dazu in den letzten 10 Tagen vor allem zwei große PR Geschichten ergeben (welche beide gestern publiziert worden), die ich gerne mit meinen Leserinnen und Lesern teilen möchte:

 

  • Zum einen eine Pressereise mit dem ORF und der Tageszeitung STANDARD in das zukunftsweisende “Büro der Zukunft” der Microsoft Niederlassung in Amsterdam. Mein Kollege Michael Bartz begleitete die Journalisten und er schreibt dazu bereits auf seinem “NewWorldOfWork” Blog (inkl. Link zu dem 4min  Beitrag des ORF auf der TVThek).
  • Ein STANDARD Roundtable mit BM Rudolf Hundstorfer, Zukunftsforscher Harry Gatterer sowie Martina Schubert vom Forum zur Förderung der Selbständigkeit, die sich auch in der WKO für das Thema Ein-Personen-Unternehmen engagiert. Der Bericht auf STANDARD.at beinhaltet auch ein Video zur Diskussion, eine “Ansichtssache” Fotostrecke sowie Statements und Kommentare.

 

Und mit welchen Werkzeugen werden die Wissensarbeiter von morgen arbeiten? Die Auflösung zu dieser Frage gibt es in genau einer Woche … 😉