HoloLens für Astronauten

 

Astronaut Luca Parmitano uses HoloLens

Das derzeit heißeste Microsoft Gadget, die Virtual Reality Brille “HoloLens”, wird bald ins All starten. Wenn alles nach Plan geht, werden am 3. Dezember zwei HoloLens Geräte in Richtung Internationale Raumstation ISS starten.

Die NASA möchte  damit testen, inwieweit Astronauten damit von Instruktoren auf der Erde direkt über die Brille eingeblendete Hilfestellungen für die Erledigung komplexer Aufgaben oder der Bedienung schwieriger Apparaturen bekommen können. Über die Augmented Reality Einblendungen kann der Instruktor sehen, was der Astronaut sieht und umgekehrt bekommt der Astronaut die Instruktionen als Overlay eingeblendet. Damit kann beispielsweise auch das Auffinden von Gegenständen und Schaltungen erleichtert werden, was auf einer Raumstation auch tatsächlich eine Herausforderung ist.

Während Geräte wie Oculus Rift völlig unabhängige in sich geschlossene Umgebungen erzeugen, wird bei HoloLens die reale Welt mit digitalen Elementen überlagert. Das macht einen gewaltigen Unterschied. Während virtuelle Realität den Benutzer der realen Welt entzieht, spielt bei HoloLens die tatsächliche Umgebung genausoviel mit wie die digital erzeugte.

Alex Kipman von Microsoft formuliert es so: “Wir fügen dem Augenhintergrund Photonen hinzu. Sie erscheinen so als ob sie in der Realität verankert wären, sind jedoch durchscheinend.”

Wobei es hier nicht nur um den Test von Augmented Reality geht, sondern auch um neue Wege der Kommunikation für die Zusammenarbeit von Astronauten zu erforschen. Wenn die Brille in den “Expertenmodus” geschaltet wird, haben die Teams auf der Erde die Möglichkeit das zu sehen, was der Astronaut sieht und können direkt über Skype mit dem Astronauten sprechen. Das erweitert die individuellen Fähigkeiten des Trägers um die eines ganzen Expertenteams.

NASA and Microsoft engineers test Project Sidekick in a weightless chamber

Mehr zu “Project Sidekick” wie es bei der NASA heißt und den Herausforderungen, die richtigen Apps für HoloLens zu entwickeln im entsprechenden Artikel von Technologyreview.com sowie digitaltrends.com, die auch als Quelle für diesen Beitrag dienten.

Update vom 11. 12. 2015: Ein Video zeigt, wie die NASA den Einsatz von HoloLens in der ISS testet.

Wobei die Reise zur ISS noch lange nicht das Ende der Fahnenstange ist.

Es geht noch deutlich weiter. Die NASA plant HoloLens bereits für die kommenden Marsmissionen ein. Der erste Schritt dazu ist mit dem “Project OnSight” geplant. Dabei sollen Wissenschaftler auf der Erde mit den zum Mars reisenden Astronauten kommunizieren und zusammenarbeiten – allerdings auf einer virtuellen Reise, während sie physisch auf der Erde verbleiben werden.

NASA and Microsoft's OnSight project

2 Gedanken zu “HoloLens für Astronauten

  1. Pingback: Operationen ohne Blut | Tom Lutz's Blog

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