Künstliche Intelligenz soll Welthunger bekämpfen

Über die vielen Gesichter der Künstlichen Intelligenz habe ich bereits Ende September in diesem Blog geschrieben (The Good, The Bad & The Ugly) und dabei auch auf die problematischen Seiten in der Anwendung von AI hingewiesen. Unbestritten sind dabei aber auch die Potentiale, die AI entfalten kann, wenn es um eine bessere Welt für uns alle geht. Es ist ja nicht das Stück Technik, das gut oder böse ist sondern vielmehr die Intention dahinter, die es potentiell gefährlich oder ethisch wertvoll macht.

Hier ein Beispiel für das Gute, das Hoffnung auf eine bessere Welt macht. 

„Ich möchte es schaffen, dass ab 2030 niemand mehr auf der Welt Hunger leidet“ (Jochen Moninger, Head of Innovation bei der Welthungerhilfe (WHH) „Um dieses Ziel zu erreichen, vertraue ich auch auf digitale Technologien.“

Moderne Technologie wie Künstliche Intelligenz kann bei diesem Ziel nicht nur einfach helfen sondern es ist vielmehr so, dass es ohne gar nicht mehr geht, das Ziel zu erreichen.

AI-Hunger

Weltweit hungern nach Erkenntnissen der UNO-Ernährungsorganisation FAO 821 Millionen Menschen. Jeden Tag sterben 15.000 Kinder an den Folgen von Unterernährung. Zudem leiden 22 Prozent aller Kinder unter fünf Jahren, insgesamt 151 Millionen, unter ernährungsbedingten Wachstumsverzögerungen. Dies sind erschreckende Zahlen, die es zu ändern gilt.

Gemeinsam mit der Welhungerhilfe entwickelt Microsoft daher eine mobile App, die dabei helfen soll, den Hunger auf der Welt effektiv zu bekämpfen.

Die App Child Growth Monitor hilft künftig dabei, die Mangelernährung von Kindern frühzeitig zu erkennen, sie gezielt zu versorgen und mit gleichem Mitteleinsatz mehr Bedürftigen helfen zu können. Die App wird auf der Cloud-Plattform Microsoft Azure betrieben. Zudem nutzt die mobile Anwendung, die derzeit als Prototyp in Indien getestet wird, Deep-Learning-Modelle aus den Diensten für künstliche Intelligenz (KI) von Microsoft Azure.

Die vollständige Geschichte inkl. einem Video findet Ihr im Newscenter von Microsoft Österreich.

Demokratisierung der künstlichen Intelligenz

Nach über zwanzig Jahren in der IT bin ich unverändert neugierig, was wohl als Nächstes um die Ecke kommt. Welcher große Megatrend aus der Informationstechnologie wird wohl die Welt als Nächstes auf den Kopf stellen?

Für 2017 hat unser CEO bereits die Antwort gegeben: Artificial Intelligence. Die Intelligenz aus der Konserve. Die kognitiv begabte Maschine. Der Roboter, der uns die Arbeit abnimmt – im besten Fall nur die, die wir als Menschen auch gerne los haben wollen.

Microsoft-Chef Satya Nadella bei der DLD (Digital-Life-Design) Konferenz. Quelle: dpaMicrosoft-Chef Satya Nadella bei der DLD (Digital-Life-Design) Konferenz, (dpa)

Mit dem Aufmacher „Democratizing AI“ wandte sich der Microsoft Chef Anfang der Woche auf der Internet Konferenz DLD in München an das Publikum und forderte damit nicht weniger als eine Demokratisierung des Zugangs zur künstlichen Intelligenz (KI).

Ein wesentlicher Ansatz dabei ist, die Technologie dahinter breiter verfügbar zu machen, als sie es heute ist. Wie beispielsweise heute schon über den digitalen Butler in Windows 10, Cortana, der ständig dazulernt und die Wünsche des Anwenders antizipiert, bevor sie formuliert sind. Beispielsweise der Vorschlag, ob ein Termin im Kalender verschoben werden soll, weil es gerade einen Stau auf der Wegstrecke dorthin gibt.

Die Technologie-Branche müsse sich ihrer Verantwortung stellen und die Leute fit für die Zukunft machen, betonte Satya Nadella mit Blick auf die Sorge vor der Verdrängung von Jobs durch Maschinen. Künstliche Intelligenz müsse den Menschen helfen, statt sie zu ersetzen. Der Ansatz dahinter soll „augmented“ sein und den Menschen den Teil an Arbeit abnehmen, der für sie wenig attraktiv ist und gleichzeitig auch von Maschinen besser gemacht werden kann.

„Wir brauchen technologische Durchbrüche, um Wachstum über unsere Industrie hinaus anzukurbeln.“

Erst die Datenexplosion der letzten Jahre hat das Thema so richtig beflügelt. Unternehmen sitzen auf einem Berg von Daten, der ihnen gehört und aus dem sie nun die richtigen Erkenntnisse ziehen möchten. Dabei geht es nicht nur um ein besseres Verständnis der Vergangenheit. Es geht hier ebenso um Echtzeitverarbeitung der Daten und entsprechender Regelkreise wie auch die Möglichkeiten von „predictive analysis“ also der Projektion in die Zukunft.

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In diesem Themenkreis rücken jedoch auch vermehrt ethische Fragen in den Fokus. Das klassische Beispiel dafür ist das selbst fahrende Auto, dessen künstliche Intelligenz im Falle eines Unfalls zwischen zwei Menschenleben, beispielsweise einem Kind und einer alten Frau, entscheiden muss. Und damit verbundene Schuld- bzw. Haftungsfragen. Ist der Programmierer schuld an allfälligen unethischen, fahrlässigen oder gar illegalen Folgen des Produkteinsatzes. Oder der Hersteller des Endprodukts? Oder der Konsument? Oder niemand?

Schwer zu sagen.

Oder wie ist zu verhindern, dass KI zu Diskriminierung führt? Beispielsweise weil der weiße und männliche Programmierer darauf vergessen hat, die Routine auf Menschen mit dunkler Hautfarbe und weiblichem Geschlecht mit anzupassen. Oder die fehlende Berücksichtigung von „Equal Pay“ in Gehaltsschemata. Und so weiter.

Das kann nicht alleine vom Markt entschieden werden. Es wird dafür vielmehr Vereinbarungen geben müssen, die sich zu mindestens über folgende vier Bereiche erstrecken werden:

  1. Gesetze
  2. Normen
  3. Technologie
  4. Markt

Diese Bedenken und Forderungen sind teilweise auch bereits bei den Anwenderunternehmen angekommen. So der deutsche Blogger Michael Kroker, der gestern auf seinem Blog die Ergebnisse einer kürzlich veröffentlichten Studie des indischen IT-Dienstleisters  Infosys publizierte, in der 62 Prozent der befragten Unternehmen angaben, dass strikte ethische Standards eingehalten werden müssen, um den Erfolg von KI sicherzustellen.

Gleichzeitig sollen zwei Drittel der Befragten die ethische Probleme, die mit künstlicher Intelligenz verbunden sind, noch nicht vollständig berücksichtigt haben. Dazu gehören laut der zitierten Studie auch Bedenken von Angestellten bezüglich Kontrollmechanismen sowie branchenspezifische Regularien und Gesetze. Insgesamt sollen 53 Prozent der Meinung sein, dass ethische Bedenken eine effektive Anwendung von KI-Technologien stark behindern.

Allerdings sieht ein Großteil der Unternehmen KI auch als langfristige strategische Priorität für Innovation an:

Für drei Viertel der Befragten ist die Technologie grundlegend für den Erfolg ihrer Unternehmensstrategie (76 Prozent); 64 Prozent sind davon überzeugt, dass die Zukunft ihres Unternehmens von einer großflächigen Adaption der KI-Technologie abhängt.

Mehr dazu und der Studie am Blog von Michael Kroker.

Nachtrag: EU-Vorstoß zu Regeln für Roboter (ORF.at, 19.1.2017)

Die perfekte Bewerbung

Was wäre, wenn Bewerbungsgespräche so ablaufen würden, wie es den gängigen Stereotypen des jeweiligen Unternehmens entspräche? Brightside hat sich des Themas angenommen und fühlt mit 13 Job Interviews We´d love to Attend gängigen Klischees auf den Zahn.

Hier zum Beispiel wie es bei IKEA ablaufen würde:

jobinterviews

Wer mal gerne ausprobieren möchte, wie so ein Gespräch bei Microsoft aussieht: Wir haben derzeit in Österreich 15 offene Positionen. Und alle haben was mit „Cloud…“ zu tun…

Holoportation. Beamen war gestern.

Und schon wieder eine Star-Trek Fiction mehr, die dem zarten Reich der Fiktion entrissen und brutale Wirklichkeit wird. Nach dem Communicator, der bereits die Motorola Klapptelefone aus den 90er Jahren inspirierte, dem Universalübersetzer, der gerade mit dem Skype Translator Gestalt annimmt und dem Replikator, der über den 3D-Drucker die Phantasien von Raumschiff Enterprise real werden lässt, fehlt eigentlich nur mehr das Beamen – auch Teleportation genannt.

Von der Microsoft-Entwicklerkonferenz #Build2016: HoloLens in Action.

Nun haben sich die Star-Trek Fans bei Microsoft auch diesem Problem gewidmet. Nicht zuletzt, um dieses interessante Betätigungsfeld nicht komplett Quantenphysikern wie dem (hochverehrten) Professor Zeillinger überlassen zu müssen. Und auch gleich mit entsprechend höherer Alltagstauglichkeit, als sich uns der derzeitige Stand des Beamens von Elementarteilchen darstellt. Aber damit vermische ich sowieso Äpfel mit Birnen. Was hat denn auch Grundlagenforschung mit Alltagstauglichkeit zu tun? Dafür gibt es ja die anwendungsorientierte Forschung, die als Brückenkopf zum innovativen Produkt fungiert. Und genau aus dieser Ecke gibt es Neues – aus dem Microsoft Labor für anwendungsorientierte Forschung. Und die Idee dahinter ist nichts geringeres als die Hologramme, die man aus SF Filmen kennt, zu echtem Leben zu erwecken.

Und damit sind wir wieder mal bei der HoloLens angelangt In diesem Blog habe ich schon öfters über das interessanteste Experimental-Produkt von Microsoft geschrieben – der Augmented Reality Brille HoloLens. Das spannende daran ist die Vermischung zwischen Realität und holografischer Projektion. Es wird damit nicht wie bei anderen Brillen eine komplette künstliche Realität erzeugt, sondern es werden holografische Objekte aus dem Computer auf die Netzhaut und damit in den realen Raum projiziert.

Damit ergeben sich völlig neue Möglichkeiten. Wie zum Beispiel die der “Holoportation”, über die vor wenigen Tagen Microsoft Research mit globaler Aufmerksamkeit berichtete.

In dürren Worten erklärt: Die “Holoportation” ist eine neue Methode der Übertragung von menschlichen 3D Modellen, die erfasst, komprimiert und in Echtzeit an jeden Ort dieser Welt übertragen und rekonstruiert werden können. Im Verfahren ganz ähnlich wie es bei Raumschiff Enterprise mit Menschen passierte – doch deutlich ungefährlicher. Allerdings gehen die Möglichkeiten von HoloLens noch darüber hinaus: In der gemischten Realität können die Brillenträger auch einander sehen und mit weit entfernten Menschen so interagieren, als ob sie physisch anwesend wären.

Update per 9.12.2016:

KURIER/Futurezone berichtet über das erste Holoportieren aus einem fahrenden Auto!

https://futurezone.at/science/microsoft-holoportiert-menschen-aus-fahrenden-auto-in-zimmer/234.132.531

holoportation

Anschaulicher wird es in dem Video dazu, das kurz vor Ostern veröffentlicht wurde:

Ein Nachsatz zum Nachdenken: Was immer mit “Interaktion” zwischen Menschen möglich ist, wird auch ein potentieller Anwendungsfall für ein mögliches Produkt sein. Das erlaubt ein breites Spektrum. Dein Kommentar dazu?

PS. Eine Super Demo zu dem Thema gibt es auch als TED Talk von Alex Kipman:  https://www.ted.com/talks/alex_kipman_the_dawn_of_the_age_of_holograms#t-772381

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Vertrauen muss verdient werden

“Die Welt steht auf kein’ Fall mehr lang.“
(Kometenlied, Johann Nestroy, April 1833)

Seit den Zeiten der Aufklärung hat noch jeder technologische Wandel seine Kritiker gefunden. Das ist völlig normal und auch gut so. Denn egal ob es um den Webstuhl, die Dampfmaschine, die Eisenbahn, die Elektrizität oder das Internet geht – die Veränderungen auf die Welt, die uns umgibt, auf die Gesellschaft, Wirtschaft und Politik waren und sind immens. Und in der Vergangenheit oft über Zeitspannen, die für die Dauer eines Menschenlebens alleine kaum zu übersehen waren.

Nun, heute im Internetzeitalter geht´s viel rascher voran. Der PC ist gerade mal 40 Jahre alt, das Internet ist 20 geworden und die Social Media Revolution ist etwas über 10 Jahre alt. Aber das ist alles nichts gegen die Datenrevolution, die derzeit im Gange ist:

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Und ewig grüßt Alpbach

Jedes Jahr – so regelmäßig wie der Zug der Lachse zu ihrer Geburtsstätte – zieht es Österreichs Top-Manager, Politiker und akademische Würdenträger am Ende der Sommerpause in das kleine Tiroler Bergdorf. Um etwas zu machen, was sie eigentlich auch in Wien machen könnten: sich zu treffen und auszutauschen, ein Gläschen miteinander zu trinken, nach Herzenslust zu netzwerken – und nebenher auch ein paar interessanten Vorträgen und Podiumsdiskussionen im Kongresszentrum zu lauschen. Immerhin sind da manchmal sogar Nobelpreisträger dabei, also lässt man sich da schon auch mal anschauen.

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Es ist ein wenig wie am Schulanfang, wenn man nach der Ferienzeit wieder die bekannten und teils sommergebräunten Gesichter der Vorjahresklasse sieht (außer natürlich man dreht eine Ehrenrunde…). Man hat sich viel zu erzählen, tauscht Anekdoten aus dem Urlaub aus oder spekuliert gemeinsam, wer der nächste Finanzminister wird. Einfach schön.

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