Die Zukunft der Schrift: Windows Ink

Es sind fast immer – nein, eigentlich immer – die Kleinigkeiten, die eine Innovation im Anwendungsbereich erst überzeugend machen. Und plötzlich reden wir nicht mehr von Kleinigkeiten, sondern von entscheidenden Alleinstehungsmerkmalen eines Produkts. Eines davon ist für mich der Stift (digital pen) bei Windows Tablets geworden, der spätestens mit dem Surface Pro zum Hit geworden ist. Mit Windows Ink wurde nun auf der diesjährigen Entwicklerkonferenz //build das nächste Kapitel dazu aufgeschlagen. 

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In einer Welt, in der jährlich Milliarden von Post-It Zettel verkauft werden und über 70% der Menschen mehr als eine Stunde am Tag ein analoges Schreibgerät verwenden ist es eigentlich auch naheliegend, die handschriftliche Notiz nun auch vollständig in das digitale Leben zu übertragen. Dies nicht zuletzt aus Produktivitätsgründen und als weiteres gutes Beispiel für eine Neu-Definition von Produktivität entlang der vielbeschworenen Digitalisierung der Welt.

Microsoft setzt nun dazu einen wesentlichen Schritt. Das kommende Windows 10 “anniversary” update wird alles rund um Stifteingaben und Handschrift unter “Windows Ink” bündeln und damit wird ab diesem Sommer jeder Windows 10 PC gleichermaßen auf Funktionen wie handschriftliche Überarbeitungen von digitalen Dokumenten aller Art, schnelle Notizen, händische Skizzen u.v.m. zugreifen können. Als eine Funktion des Systems werden auch alle Windows Anwendungen darauf zugreifen können.

Windows Ink Brings the Power of Windows to the Tip of Your Pen

Im sog. Windows Ink Workspace werden sich in Windows 10 alle Tools und Programme befinden, die mit dem Stylus zusammen funktionieren, darunter Sketchpad, Sticky Notes und Screen-Sketch. Um auf die einzelnen Anwendungen im Workspace zugreifen zu können, wird ein Klick auf den Stift-Button genügen.

Mit der digitalen Tinte werden auch Dinge möglich, die sich bis dato einer Tastatur und Maus versperrten – beispielsweise das Schreiben von mathematischen Gleichungen oder Musiknoten. Dabei spielt die automatische Schrifterkennung eine große Rolle. Die macht dann auch aus zittrigen und krummen Linien schöne gerade oder eben korrekte Wurzelzeichen oder Noten. Nicht nur Mathematikprofessoren und Gittaristen wie Kurt Söser werden das lieben…  

Um das Zeichnen einfacher und bequemer zu machen, wird es eine Reihe von Hilfsmitteln geben, so etwa auch ein virtuelles Lineal, das sich einblenden lässt, um Striche automatisch zu begradigen. Das funktioniert dann wie gesagt auch in allen Windows Anwendungen wie PowerPoint oder Adobe Illustrator. Bei der Nutzung des Lineals sticht eine weitere spannende Neuerung hervor: zukünftig sollen die Touch- und Stifteingabe simultan funktionieren. So ist es beispielsweise möglich, das Lineal mit der einen Hand an die richtige Stelle zu platzieren, und mit der anderen die Linie nachzuziehen.

W10-ruler

Eine weitere Besonderheit dabei ist, dass auch Microsofts digitaler Sprachassistent Cortana integriert ist: Scheibt man etwa eine Notiz wie „Morgen um 19 Uhr Treffen im Restaurant “ übernimmt Cortana diese direkt und erstellt daraus eine Outlook Erinnerung. Zeitliche Hinweise werden dabei farblich hervorgehoben.

Wer sich das “in natura” ansehen möchte, Windows Produktmanager Bryan Roper zeigte das auf der Build 2016 Konferenz in seiner unnachahmlicher Art her:

Alle weiteren Details dazu finden sich wie immer im Windows-Blog.

Ein Gedanke zu “Die Zukunft der Schrift: Windows Ink

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