Information At Your Fingertips: OneDrive Files on Demand

Bereits recht lange angekündigt ist die OneDrive Files on Demand Funktion nun seit dem Herbst Update von Windows 10 auch tatsächlich für alle OneDrive Anwender verfügbar. Aber was ist nun OneDrive „Files on Demand“ eigentlich und für was ist es gut?

Da Benutzer immer mehr Dateien erstellen und diese zusammen bearbeiten, immer mehr Fotos schießen und auf mehreren Geräten arbeiten, wird es immer bedeutsamer, auf wichtige Inhalte sowohl bei der Arbeit als auch privat an einem zentralen Ort zugreifen zu können. Sie sollten sich keine Gedanken darüber machen müssen, ob auf Ihrem Gerät genügend Speicherplatz vorhanden ist oder Sie in einem Flugzeug auf Ihre Dateien zugreifen können.

Mit Files On-Demand greifen Sie auf alle Ihre Dateien in der Cloud zu, ohne sie herunterzuladen und auf Ihrem Gerät zu speichern. Sie arbeiten wie gewohnt: Alle Dateien – selbst Onlinedateien – sind im Datei-Explorer verfügbar und können wie alle anderen Dateien auf Ihrem Gerät genutzt werden. Files On-Demand ermöglicht Ihnen auch in Desktop- oder Windows Store-Apps mithilfe der Windows-Dateiauswahl das Öffnen von Onlinedateien. Wählen Sie einfach die Datei aus, die Sie in der Dateiauswahl öffnen möchten. Die Datei wird automatisch heruntergeladen und in Ihrer Anwendung geöffnet. Darüber hinaus sind Sie sowohl im Privat- als auch im Berufsleben auf der sicheren Seite, da das Ganze mit Ihrem persönlichen und geschäftlichen OneDrive sowie Ihren SharePoint Online-Teamwebsites funktioniert.

Dies war das am meisten verlangte Feature für OneDrive auf UserVoice

Und so sieht es aus:

Sie sehen, dass der auf der SharePoint Online-Teamwebsite ausgewählte Ordner 1,37 TB groß ist, aber 0 Byte Speicherplatz auf der Festplatte belegt.

Neue Statussymbole im Datei-Explorer verdeutlichen, ob Ihre Dateien lokal oder online verfügbar sind. Dateien und Ordner, auf die Sie zugreifen müssen, wenn Sie keine Internetverbindung haben, können Sie ganz einfach jederzeit verfügbar machen. Klicken Sie dazu mit der rechten Maustaste auf die Datei oder den Ordner, und wählen Sie Always keep on this device (Immer auf diesem Gerät aufbewahren) aus.

Klicken Sie mit der rechten Maustaste, und wählen Sie Always keep on this device aus, um auf Dateien und Ordner zugreifen zu können, wenn Sie keine Internetverbindung haben.

Onlinedateien werden automatisch heruntergeladen und lokal verfügbar, sobald Sie sie benötigen. Doppelklicken Sie einfach im Datei-Explorer auf eine Datei, oder öffnen Sie sie in einer Anwendung. Ihre Onlinedateien sind stets sichtbar, selbst wenn Sie offline sind. Nun müssen Sie nicht mehr entscheiden, welche Dateien mit Ihrem PC synchronisiert werden sollen.

Doppelklicken Sie auf eine Onlinedatei, woraufhin sie automatisch heruntergeladen und geöffnet wird.

Neben Benutzern profitieren vor allem Unternehmen und IT-Administratoren von Files On-Demand. Wenn heute jemand eine SharePoint Online-Teamwebsite synchronisiert, werden Dateien erneut auf alle synchronisierten Geräte heruntergeladen, sobald eine Änderung vorgenommen wird. Files On-Demand reduziert die belegte Netzwerkbandbreite, weil es nicht mehr notwendig ist, im Team gemeinsam genutzte Dateien kontinuierlich auf jedem synchronisierten Gerät zu synchronisieren.

OneDrive-Offlineordner: Speicherung ganzer Ordner für den Offlinezugriff unter Android und iOS

Zusätzlich zu Files On-Demand gibt es auch eine neue Funktion, mit der Sie auf Ihrem mobilen Gerät produktiv arbeiten können, wenn Sie keine Internetverbindung haben, wie z. B. auf langen Flügen oder an Wochenenden in der Waldhütte. Mit der Funktion „OneDrive-Offlineordner“ können Sie Ordner auf Ihrem mobilen Gerät speichern und öffnen, wenn Sie keine Internetverbindung haben. Änderungen, die andere Benutzer an den Dateien vornehmen, während Sie offline sind, werden automatisch übernommen, sobald Sie wieder eine Internetverbindung haben. Diese neue Funktion ist jetzt auf Android-Geräten für Abonnenten von Office 365 Personal und Home sowie für OneDrive-Geschäftskunden verfügbar.

Wählen Sie einen Ordner aus, und klicken Sie auf das Fallschirmsymbol, um einen Ordner und seinen Inhalt offline verfügbar zu machen.

OneDrive for iMessage: Schnelle Freigabe von OneDrive-Dateien auf iOS-Geräten

Zu guter Letzt noch ein Feature für Apple Anwender: Mit OneDrive for iMessage ist nun noch einfacher, Dateien auf Ihren iOS-Geräten freizugeben, indem Sie Dokumente und Fotos schnell mit Freunden und Familie teilen können, ohne Ihre iMessage-Unterhaltung zu verlassen. Sie können einen ganzen Ordner oder nur eine Datei freigeben und für Sie in iMessage freigegebene Dokumente und Fotos sofort in einer Vorschau anzeigen. Aktualisieren Sie auf die neueste Version von OneDrive, und aktivieren Sie OneDrive for iMessage auf Ihrem Gerät, um es noch heute auszuprobieren.

Öffnen Sie OneDrive in iMessage, und klicken Sie auf eine Datei, um sie in Ihrer Unterhaltung freizugeben.

Microsoft integriert OneDrive in Skype

Skype greift nun nativ auf OneDrive zu. Nutzer können aus der Messenger App heraus Links von auf OneDrive gespeicherten Dateien verschicken. Die Funktion steht auf mobilen Geräten und unter Windows, macOS und Linux zur Verfügung.

Microsoft hat eine neue Funktion für seine Messaging-Anwendung Skype angekündigt. Künftig sollen Nutzer direkt aus Skype heraus Dateien weiterleiten können, die auf dem Cloudspeicher OneDrive abgelegt wurden. Ab sofort können Teilnehmer des Skype-Insider-Programms das Feature testen.

Es steht unter Windows 10 und Android sowie auf iPhones und iPads zur Verfügung. Microsoft integriert OneDrive aber auch in die klassischen Desktop-Anwendungen für Windows, macOS und Linux.

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Die Integration erlaubt es, von Skype aus auf ein OneDrive-Konto zuzugreifen und beliebige Dateien in eine Konversation einzufügen. Wie Thurrott.com berichtet, wird allerdings nur ein Link zu der Datei an eine Nachricht angehängt und nicht die Datei selbst. Der Empfänger muss auf den Link klicken, um die Datei auf sein Gerät herunterzuladen.

Zugriff auf OneDrive erhalten Nutzer über die Funktion zum Hinzufügen von Dateien, Medien und Standortdaten. In der Liste „Inhalte und Tools“ muss dann nur noch auf OneDrive geklickt werden, um zum Cloudspeicher zu gelangen und eine Datei auszuwählen. Der Vorgang wird mit einem Klick auf die Schaltfläche „Senden“ abgeschlossen.

Eine weitere Integration, die für Skype zur Verfügung steht, betrifft Amazons digitalen Assistenten Alexa. Der von Amazon im September angekündigte Skype-Skill für Alexa wird derzeit in den USA ausgerollt. Er erlaubt es, mithilfe von Amazons intelligenten Echo-Lautsprechern auch Skype-Gespräche zu führen. Weitere Details zur Einrichtung und Nutzung des Skype-Skills hält Microsoft auf seiner Website bereit.

Quellen: ZDNet, Thurrot.com

Die Roboter kommen…

Über die Weihnachtsfeiertage bin ich auf folgenden – sehr lesenswerten – NYT Online Artikel gestoßen: The Robots Are Coming, and Sweden Is Fine. Die zentrale Frage, der hier nachgegangen wird, ist, warum gerade die Schweden so wenig Angst vor den Robotern haben, wenn es um ihre Arbeitsplätze geht.  

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NYT Artikel, Online 27.12.2017

Die Autoren beziehen sich darin auf eine EU-28 Eurobarometer Studie, die im May 2017 publiziert wurde: Attitudes towards the impact of digitisation and automation on daily life. Darin wurden in allen EU Staaten neben der grundsätzlichen Einstellung zu Innovation auch die Erwartungshaltung zum Thema Künstliche Intelligenz und Automatisierung abgefragt.

In Österreich überwiegt zwar mit 55% Zustimmung die positive Sicht dazu, bleibt dabei allerdings deutlich unter dem EU Schnitt (61%). Während Skandinavien wie so oft in derartigen Rankings, wo es um Innovationsfähigkeit und Mut zur Veränderung geht, das Spitzenfeld abbildet.  

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Die Studie verweist dabei auf den leicht nachvollziehbaren Zusammenhang zwischen Informationsgrad und Zustimmung. Das heißt, umso besser Menschen über neue Technologien informiert sind oder diese auch bereits nutzen, umso mehr haben sie auch eine positive Meinung und fassen Vertrauen dazu. Indirekt wird daher vielleicht dieser Blogbeitrag auch etwas positives bewirken können…

Ich kann das aber auch gut am eigenen Beispiel nachvollziehen: So besitze ich beispielsweise seit Weihnachten einen dieser intelligenten Lautsprecher, die man per Sprache („Echo, spiele Jazz“, „Echo, wie wird das Wetter morgen“, etc.) bedienen kann, mache meine ersten Erfahrungen damit, sehe auch, wie die künstliche Intelligenz der Maschine meine Kommandos immer besser umsetzt, wie selbstbewusst meine kleine Tochter damit umgeht, wie sie sich um eine besonders deutliche Aussprache bemüht, um verstanden zu werden – und merke, wie sehr sich meine eigene Sichtweise zum „Spion im Wohnzimmer“ ins Positive gedreht hat.

In der EU-Studie ist der Unterschied bei der Zustimmung zwischen den Befragten, die in den letzten 12 Monaten irgendetwas zum Thema Künstliche Intelligenz gelesen oder gehört haben und denen, die nichts dazu vernommen haben, dann auch entsprechend hoch (75% vs. 49%).    

Aber wieder zurück zum NYT Artikel, denn hier findet sich am Beispiel Schwedens ein weiterer wesentlicher Anhaltspunkt für die europaweit unterschiedlichen Sichtweisen auf das Thema Roboter bzw. Arbeitsautomatisierung: 

Und zwar der Zusammenhang zum Thema Sozialsystem bzw. soziale Absicherung!

Am Beispiel eines schwedischen Untertagebaus wird klar, dass schmutzige und schwierige Arbeit, die gesundheitliche Langzeitfolgen haben kann (Staublunge, etc.) auch gut von Maschinen übernommen werden kann. Damit werden zum einen langfristige Folgekosten für das Sozialsystem verringert. Die Arbeiter fühlen sich andererseits aber auch vom Unternehmen wie auch vom staatlichen Sozialsystem her gut abgesichert und sehen die Automatisierung generell positiv. „There will always be other work tasks“ sagt der Arbeiter, der die Vortriebs-Maschine aus einem Raum per Joystick steuert, und schließt mit „Die Company wird schon auf uns schauen“.

Der letzte Satz macht auch deutlich, dass das Vertrauensverhältnis zwischen Unternehmen und Mitarbeiter speziell in diesem Fall wohl auch eine deutlich höhere Qualität aufweist als in klassischen „hire&fire“ Strukturen, wo es ausschließlich um den Profit geht.

Und darin liegt wohl auch der Knackpunkt. Selbst der Gewerkschafter des Betriebes erklärt dazu sehr pointiert:

Ich fürchte mich nicht vor neuer Technologie. Ich fürchte mich vor alter Technologie!

Und weiter, im Hinblick auf das Angebot für ständige Weiterbildung

Wir schützen keine Jobs. Wir schützen die Arbeiter.

Das macht sehr deutlich, dass eine gute soziale Absicherung auch gut für die Innovationsfähigkeit und das Unternehmertum eines Landes ist. Oder anders ausgedrückt: wenn die Wirtschaft wirklich auch für die Menschen da ist, hat das auch positive Rückeffekte auf die Wirtschaft und den Standort. 

 

 

 

Mixed ist das neue Virtuell

Ich habe in diesem Blog schon oft über die HoloLens berichtet. Die Datenbrille erzeugt eine Mischung zwischen Realität und Virtualität, daher sprechen wir hier von „Mixed Reality“ und nicht „Virtual Reality“ wie bei anderen Datenbrillen. Die Vorteile bei ersterem liegen auf der Hand, da ich meine reale Umgebung mit digitalen Elementen anreichern kann und nicht wie in VR Umgebungen komplett von der Außenwelt abgeschottet bleibe. Und daraus ergeben sich tolle Szenarien, die vor allem im B2B bzw. Industriebereich nicht nur die Phantasie von Instandhaltern und Wartungsdienstleistern anregen.

Die Kollegen von Microsoft Deutschland haben anlässlich der deutschen Partnerkonferenz einige inspirierende Mixed Reality Showcases zusammengetragen, die ich hier gerne wiedergebe.

Büroeinrichtung per Hologramm mit medialesson und Steelcase
Für den internationalen Hersteller von Büroeinrichtungen und Raumlösungen Steelcase setzte medialesson einen Mixed Reality Showcase mit Microsoft HoloLens um. In diesem Szenario ist es möglich, Steelcase-Möbel aus dem Produktsortiment in beliebigen realen Räumen als Hologramme zu platzieren und sich einen wirklichkeitsnahen Eindruck der Einrichtung beispielsweise im zukünftigen Büro zu verschaffen. Microsoft HoloLens erweitert hierbei die realen visuellen Eindrücke des Anwenders durch ergänzte 3D-Objekte mit hoher realistischer Anmutung. Wie das genau funktioniert, erklärt Carsten Humm, Chief Technology Officer bei medialesson, im Interview:

Per Microsoft HoloLens zur Offshore-Plattform reisen
Ressourcen sparen heißt auch, aufwendige Sicherheitstrainings und Reisen anhand von Technologien effizienter zu gestalten: Das Leipziger Start-up VR Bits hat gemeinsam mit der Agentur die wegmeister aus Stuttgart ein Konzept für Augmented- und Virtual-Reality-Inhalte auf der Basis von Microsoft HoloLens entwickelt. Auf der #DPK17 war eine Anwendung für den Übertragungsnetzbetreiber TenneT zu sehen, mit denen Besucher über VR-Brillen auf die Offshore-Konverterplattform HelWin alpha gebracht werden. Dabei erleben sie den Anflug auf die Plattform, haben die Möglichkeit, sich in verschiedenen Strom-Umspannräumen umzusehen und einen Blick über die Reling auf die tobende See zu werfen.


Verbesserte Zusammenarbeit im Anlagenbau mit Mixed Reality
Planungsvorhaben im Anlagenbau zeichnen sich durch große Dimensionen und Datenmengen, viele Beteiligte an verschiedenen Standorten und eine sehr komplexe Informationsvielfalt aus. Die Nutzung von Microsoft HoloLens bietet deshalb eine Möglichkeit, diese Prozesse zu vereinfachen. Die Einsatzszenarien erstrecken sich dabei von der Kundenberatung, über den Austausch im Konstruktions- und Montageprozess, bis zur Koordinierung und Überwachung des Bauprojektes. Der Shared Modus – eine Avatarfunktion – von S.K.M Informatik bietet für alle Beteiligten eine völlig neue Möglichkeit der Zusammenarbeit. Bauliche Gegebenheiten vor Ort können mit den virtuellen Planungsdaten gemischt werden und Planungsfehler sind so frühzeitig erkennbar und vermeidbar. Zudem können komplexe Zusammenhänge erlebbar, in einem anschaulichen und begehbaren Modell dargestellt und diskutiert werden. Somit entsteht eine ganz neue Art der virtuellen Erfahrung in realen Räumlichkeiten. Die Microsoft HoloLens Technologie ermöglicht damit eine durchgängige digitale Kette von den ersten Planungen bis zur Projektausführung.

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Apropos: Die HoloLens wird ab 1.12. auch in Österreich zu bestellen sein. Vorbestellungen sind seit einigen Tagen möglich. Mehr dazu hier.

Überwinde die Sprachbarriere!

Wie wäre es, wenn Sie mit jedermann sprechen und schreiben könnten, unabhängig von der Sprache, die Sie sprechen? Mit der Urlaubsbekanntschaft, die nur französisch spricht? Mit Geschäftskontakten in Spanien?

Mit dem #microsofttranslator ist dieser Traum bereits sehr real.

Die Übersetzer-APP bringt Echtzeit-Übersetzungen mithilfe von neuronalen Netzwerken auf die nächste Stufe und ermöglicht Sprachübersetzungen in elf verschiedenen Sprachen (einschließlich Spanisch, Französisch, Portugiesisch, Deutsch und Italienisch).

Aber das ist nicht alles. Der Microsoft Translator übersetzt auch über 60 verschiedene Sprachen-in schriftlicher Form! Beginnen Sie einfach mit der Eingabe, und die AI (Artificial Intelligence) unterstützte Plattform kümmert sich um den Rest.

Alles, was es dafür braucht, ist das Log-In auf dem Schreibtisch oder in der Mobile App (iOS, Android, Windows), jemanden zum Gespräch einladen, und einfach schreiben – in Dänisch, Niederländisch, Englisch, Finnisch, Französisch, Italienisch, Norwegisch, Portugiesisch, Spanisch oder Schwedisch, um nur einige zu nennen. Die Person auf der anderen Seite ist in der Lage, Ihre Nachrichten zu lesen, direkt in ihre Muttersprache übersetzt!

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Sprachbarrieren müssen nicht länger ein Hindernis für den Austausch von Menschen unterschiedlichster Herkunft sein. Ich finde das gerade auch für ein gemeinsames Europe sehr wichtig. 

Social Media im Unternehmen: Einfach mal loslassen!

Das war auch beim gestrigen Österreichischen Kommunikationstag ein Thema: Der Wandel der internen Kommunikation in Richtung Enterprise Social Networks (ESN) oder einfach ausgedrückt: Social Media im eigenen Unternehmen als Ablöse des traditionellen Intranets.

Bassena (Wien, um 1890), Sinnbild für ad-hoc Konversation und Austausch am Gang [Foto: Wikimedia, Commons]

In einem der Breakouts stellte A1 bzw. Telekom Austria Group dazu einen Erfahrungsbericht vor, der ihre eigene Reise vom herkömmlichen Mitarbeiter-Portal hin zu einem (im Übergang mal mehr ergänzenden als ersetzenden) Social Media Netzwerk für die interne Kommunikation von über 18.000 Mitarbeitern zusammenfasste.

Erfreulich dabei war, dass hier nicht nur ein Jubelbericht über einen gelungenen „bottom-up“ Approach abgefeiert wurde, sondern auch über „Lessons Learned“ gesprochen wurde. Beispielsweise die Schwierigkeiten mit der (mangelnden) Partizipation des mittleren Managements oder der notwendige Dialog mit dem Betriebsrat.

Viele der guten Gründe für ein social network als Marktplatz von Konversation, Meinung, Teamwork und Achtsamkeit im Unternehmen habe ich auch in meinem Gastkommentar für die Fachzeitschrift MONITOR angeführt, der hier nun im folgenden auch in meinem Blog entsprechenden Raum findet:

Das Intranet ist tot. Wirklich? Wirklich! Zu mindestens bei uns bei Microsoft und wie ich nach kurzer Rundschau bemerke, auch bei vielen unserer Kunden. Die Gründe dafür sind schnell bei der Hand.

Da wäre zum einen mal Social Media. So wie sich die Metapher des Posten, Teilens, Likens und Kommentierens im externen Bereich durchgesetzt hat, so sehr entspricht sie auch immer mehr der Realität im unternehmensinternen Bereich. War das „Bloggen“ noch vor einem Jahrzehnt das Privileg der Jungen, der „digital natives“, Gen-Y, oder wie immer man sie gerne benannte, überspannt diese Kulturtechnik der Kommunikation inzwischen fast alle Generationsbänder und gilt heute als „state-of-art“.
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Und bleiben wir für einen Moment noch bei den Jungen. Viele Unternehmen haben heute ein Überalterungsproblem, benötigen dringend junge „frische“ Geister aus der Generation der Millenials und müssen sich daher auch als attraktiver Arbeitgeber für die High Potentials darstellen, die frisch von der Uni in die Wirtschaft kommen. Da gehört ein zeitgemäßer Kommunikationsstil im Unternehmen einfach dazu; neben vielen anderen Kriterien eines modernen Arbeitsumfeldes wie Mobilität, Diversität oder Vereinbarkeit von Beruf und Familie, um nur ein paar Faktoren zu nennen, die im Employer Branding zeitgemäßer Unternehmen nicht mehr wegzudenken sind.

Auch Mobilität spielt in der Mitarbeiterkommunikation eine große Rolle. Die Mitarbeiter arbeiten immer verteilter, sind unterwegs und müssen von überall aus auf Informationen zugreifen können. Auch wenn viele Mitarbeiter keine eigenen Laptops haben, ein Smartphone hat praktisch jeder. Und über die jeweilige Social Media App ist die mobile Anbindung ein Klacks, während normale Webseiten oft nicht so einfach zur Darstellung auf mobilen Endgeräten optimiert sind.

Ein weiterer – nützlicher wie manchmal auch zwingender – Grund für ein Abgehen von traditionellen Intranet Plattformen sind schlicht die Kosten. Einmal ganz abgesehen von den Kosten der Anwendung selbst: Während ein klassischer Intranet Ansatz immer einer Art Redaktion bedarf, ein Redaktionssystem, Redaktionssitzungen, ein Freischalten von Kommentaren und neben der Technik auch die personellen Ressourcen dazu, sind firmeninterne Social Media Plattformen wie beispielsweise Yammer oder das letzten Monat auf den Markt gekommene Microsoft Teams weit stärker auf einem selbsttragenden Prinzip aufgebaut. Es sind die Mitarbeiter selbst, die die Beiträge schreiben, diese kommentieren, teilen und damit auch als Geschichte größer oder kleiner machen.

Ähnliches Foto
Da entsteht natürlich auch schon mal eine gesunde Eigendynamik, aber das muss man als Unternehmen auch aushalten. Oder anders ausgedrückt: Wenn die Unternehmenskultur passt, dann hat man auch mit freien Meinungsäußerungen von MitarbeiterInnen kein Problem. Sie passen weitgehend automatisch und es gibt viel weniger „Ausreißer“ als es die Apologeten von kontrollierten Umgebungen vermuten würden.
Ich selbst kann hier aus Erfahrung sprechen: Die Angst, die Kontrolle zu verlieren, ist unbegründet. Loslassen statt Kontrolle. Probieren Sie es doch einfach mal aus.  

Demokratisierung der künstlichen Intelligenz

Nach über zwanzig Jahren in der IT bin ich unverändert neugierig, was wohl als Nächstes um die Ecke kommt. Welcher große Megatrend aus der Informationstechnologie wird wohl die Welt als Nächstes auf den Kopf stellen?

Für 2017 hat unser CEO bereits die Antwort gegeben: Artificial Intelligence. Die Intelligenz aus der Konserve. Die kognitiv begabte Maschine. Der Roboter, der uns die Arbeit abnimmt – im besten Fall nur die, die wir als Menschen auch gerne los haben wollen.

Microsoft-Chef Satya Nadella bei der DLD (Digital-Life-Design) Konferenz. Quelle: dpaMicrosoft-Chef Satya Nadella bei der DLD (Digital-Life-Design) Konferenz, (dpa)

Mit dem Aufmacher „Democratizing AI“ wandte sich der Microsoft Chef Anfang der Woche auf der Internet Konferenz DLD in München an das Publikum und forderte damit nicht weniger als eine Demokratisierung des Zugangs zur künstlichen Intelligenz (KI).

Ein wesentlicher Ansatz dabei ist, die Technologie dahinter breiter verfügbar zu machen, als sie es heute ist. Wie beispielsweise heute schon über den digitalen Butler in Windows 10, Cortana, der ständig dazulernt und die Wünsche des Anwenders antizipiert, bevor sie formuliert sind. Beispielsweise der Vorschlag, ob ein Termin im Kalender verschoben werden soll, weil es gerade einen Stau auf der Wegstrecke dorthin gibt.

Die Technologie-Branche müsse sich ihrer Verantwortung stellen und die Leute fit für die Zukunft machen, betonte Satya Nadella mit Blick auf die Sorge vor der Verdrängung von Jobs durch Maschinen. Künstliche Intelligenz müsse den Menschen helfen, statt sie zu ersetzen. Der Ansatz dahinter soll „augmented“ sein und den Menschen den Teil an Arbeit abnehmen, der für sie wenig attraktiv ist und gleichzeitig auch von Maschinen besser gemacht werden kann.

„Wir brauchen technologische Durchbrüche, um Wachstum über unsere Industrie hinaus anzukurbeln.“

Erst die Datenexplosion der letzten Jahre hat das Thema so richtig beflügelt. Unternehmen sitzen auf einem Berg von Daten, der ihnen gehört und aus dem sie nun die richtigen Erkenntnisse ziehen möchten. Dabei geht es nicht nur um ein besseres Verständnis der Vergangenheit. Es geht hier ebenso um Echtzeitverarbeitung der Daten und entsprechender Regelkreise wie auch die Möglichkeiten von „predictive analysis“ also der Projektion in die Zukunft.

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In diesem Themenkreis rücken jedoch auch vermehrt ethische Fragen in den Fokus. Das klassische Beispiel dafür ist das selbst fahrende Auto, dessen künstliche Intelligenz im Falle eines Unfalls zwischen zwei Menschenleben, beispielsweise einem Kind und einer alten Frau, entscheiden muss. Und damit verbundene Schuld- bzw. Haftungsfragen. Ist der Programmierer schuld an allfälligen unethischen, fahrlässigen oder gar illegalen Folgen des Produkteinsatzes. Oder der Hersteller des Endprodukts? Oder der Konsument? Oder niemand?

Schwer zu sagen.

Oder wie ist zu verhindern, dass KI zu Diskriminierung führt? Beispielsweise weil der weiße und männliche Programmierer darauf vergessen hat, die Routine auf Menschen mit dunkler Hautfarbe und weiblichem Geschlecht mit anzupassen. Oder die fehlende Berücksichtigung von „Equal Pay“ in Gehaltsschemata. Und so weiter.

Das kann nicht alleine vom Markt entschieden werden. Es wird dafür vielmehr Vereinbarungen geben müssen, die sich zu mindestens über folgende vier Bereiche erstrecken werden:

  1. Gesetze
  2. Normen
  3. Technologie
  4. Markt

Diese Bedenken und Forderungen sind teilweise auch bereits bei den Anwenderunternehmen angekommen. So der deutsche Blogger Michael Kroker, der gestern auf seinem Blog die Ergebnisse einer kürzlich veröffentlichten Studie des indischen IT-Dienstleisters  Infosys publizierte, in der 62 Prozent der befragten Unternehmen angaben, dass strikte ethische Standards eingehalten werden müssen, um den Erfolg von KI sicherzustellen.

Gleichzeitig sollen zwei Drittel der Befragten die ethische Probleme, die mit künstlicher Intelligenz verbunden sind, noch nicht vollständig berücksichtigt haben. Dazu gehören laut der zitierten Studie auch Bedenken von Angestellten bezüglich Kontrollmechanismen sowie branchenspezifische Regularien und Gesetze. Insgesamt sollen 53 Prozent der Meinung sein, dass ethische Bedenken eine effektive Anwendung von KI-Technologien stark behindern.

Allerdings sieht ein Großteil der Unternehmen KI auch als langfristige strategische Priorität für Innovation an:

Für drei Viertel der Befragten ist die Technologie grundlegend für den Erfolg ihrer Unternehmensstrategie (76 Prozent); 64 Prozent sind davon überzeugt, dass die Zukunft ihres Unternehmens von einer großflächigen Adaption der KI-Technologie abhängt.

Mehr dazu und der Studie am Blog von Michael Kroker.

Nachtrag: EU-Vorstoß zu Regeln für Roboter (ORF.at, 19.1.2017)