Wissen sie, wer sie sieht?

Auch wenn wir uns schon mehr und mehr daran gewöhnt haben, für kostenlose Internetanwendungen mit Daten aus unserer Privatsphäre zu bezahlen, muss das ja nicht völlig blind und ausufernd geschehen.

Selbst die oft dafür gescholtene Datenschleuder Facebook, hat sich in den letzten Monaten zumindestens in Sachen Transparenz und den individuellen Einstellungsmöglichkeiten für den Schutz der Privatsphäre deutlich verbessert. Fragt sich nur, wer es wirklich auch nützt?

Es lohnt jedoch wirklich, sich mit diesen Einstellungen zu beschäftigen und sich beispielsweise einmal anzusehen, welche persönlichen Details von zuweilen völlig unbekannten Menschen eingesehen werden können.

Die Falle dabei ist die Grundeinstellung “Alle” oder auch “Freunde von Freunden”, die von Facebook als Standardwert (Default) gesetzt wird. Ändert man diese Einstellungen nicht selbst auf beispielsweise “Nur Freunde” (also Menschen, die man willentlich als Kontakte akzeptiert hat), können potentiell alle 1.200 Kontakte eines einzigen – vielleicht fälschlich oder nur oberflächlich akzeptierten Bekannten, ihre religiöse Ansicht oder politische Einstellung, ihre Ausbildung, ihre Hobbys, ihre gesamte Freundesliste und ihre Lieblingsmusik ausspähen.

Wenn sie das wirklich wollen, hören sie an dieser Stelle zu lesen auf und verzichten sie auf den Link zu diesem Blogeintrag in ihrem nächsten Status Update.

clip_image002Allen anderen sei jedoch die Facebook Einstellungen zum Schutz der Privatsphäre wärmstens empfohlen. Man findet sie am Facebook Startschirm unter “Konto” und dem darunter aufgeklappten Drop-down Menü.

Empfehlung 1: In der Rubrik “Auf Facebook vernetzen” würde ich nur die ersten 3 Einstellungen auf “Alle” lassen. Damit kann man ganz allgemein mit einer Such nach Namen auch gefunden werden, und es können Freundschaftsanfragen und Nachrichten empfangen werden. Macht Sinn. Alle anderen Einträge würde ich jedoch auf “Nur Freunde” einstellen. Ansonsten wäre praktisch jeder (bei “Alle”) oder auch jeder “Freund eines Freundes” in der Lage, die Fotos ihrer lieben Familie und ihrer fröhlichen Kinder samt dem derzeitigen Wohnort zu sehen. Überlegen sie sich einfach einmal, wen sie gerne eventuell unangemeldet vor ihrer Haustür sehen möchten.

Empfehlung 2: Legen sie eigene Listen für echte Freunde namens “Freunde” an und eine eigene für “Bekannte”, denen sie nicht soviel oder praktisch keine Rechte für ihre privaten Informationen geben wollen. Ordnen sie die entsprechenden “Freunde” diesen Listen zu. Der Witz ist, dass sie in den benutzerdefinierten Einstellungen, dann diese Liste als ein ausschließendes Filterkriterium verwenden können.

Empfehlung 3: Änderung aller Einträge in der Rubrik “Inhalte auf Facebook teilen” von der Standardeinstellung “Freunde von Freunden” auf entweder “Nur Freunde” (das sind dann einfach die Personen, die sie auch willentlich ihrem Facebook Konto hinzugefügt haben und nicht mehr) oder mit “benutzerdefiniert” auf “Nur Freunde” AUSSER “Bekannte”. Damit können sie sehr fein die jeweiligen Datenbereiche an die jeweiligen Personengruppen freigeben.

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Empfehlung 4: Gehen sie nur sehr sparsam mit der Freigabe an “Anwendungen und Webseiten” um. Im Normalfall geben sie so gut wie alles von ihrem Konto preis, nicht nur ihre sondern auch die Informationen über ihre Freunde, Fotos, Videos, einfach alles.

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Wussen sie, dass sie auch jederzeit gleichsam “durch die Augen eines anderen” ihr Facebook Profil ansehen können?

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Wenn sie in der Rubrik “Auf Facebook vernetzen” auf “Einstellungen anzeigen” drücken und dann auf “Vorschau für mein Profil”, sehen sie nicht nur wie ihr Profil für die meisten Personen auf Facebook aussieht, sondern können auch sehen, wie ihr Profil für eine bestimmte Person aussieht:

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Und so sieht beispielsweise mein Profil für Personen aus, die ich nicht kenne bzw. nicht als Kontakt oder “Freund” akzeptiert habe.

Mehr müssen die auch nicht von mir wissen… Zwinkerndes Smiley 

 

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Darüber hinaus helfen kostenlose Dienste wie etwa reclaimprivacy.org bei der Überprüfung der eigenen Einstellungen auf Facebook. Mit dem Service lässt sich schnell herausfinden, ob man Informationen preisgibt, die möglicherweise problematisch sind.

Nützlich ist außerdem die auf FirstOpenbook.com angebotene Möglichkeit, Facebook nach öffentlich (also auch für Nicht-Mitglieder auffindbaren) Informationen zu durchsuchen.

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