Künstliche Intelligenz kreiert erstmals eigenen Whisky

Die angesehene Whisky-Manufaktur Mackmyra holt sich für die Kreation den neuesten Tropfen Microsoft ins Boot. Eine KI entwickelt erstmals einen eigenen Blend.

Mehr Kunst als Handwerk – viele Kenner schätzen den komplexen Schaffungsprozess einer Whisky-Rezeptur. Das fängt bereits mit dem Alkohol an. Wenn Whisky destilliert wird, handelt es sich zu erst auch einmal nur um einen klaren Alkohol, der „White Dog“ genant wird. Manchmal ist dieser in Flaschen abgefüllt erhältlich, darf aber in Europa nicht als Whisky verkauft werden. Denn hier muss der Alkohol mindestens drei Jahre gelagert werden, um den Namen Whisky tragen zu dürfen. Die Lagerung erfolgt in Holzfässern, die neben den eigentlichen Zutaten für die Charakteristiken des Whiskys verantwortlich sind. Und natürlich auch für die dunkle Farbe, wenngleich viele Destillerien nachfärben, um eine schöne gleichmäßige Farbe zu erhalten.
 
Neben der bloßen Zusammensetzung der Zutaten fließen noch unzählige Faktoren wie die Wahl des Fasses oder die Reifedauer in die charakteristischen Eigenschaften eines Whiskys ein. Und wenn es sich nicht gerade um einen Single-Malt handelt, werden oft verschiedene Whiskys gemischt, um einen sogenannten Blend zu kreieren. Das ist die Aufgabe des Master Blenders. In der nahezu 1.000-jährigen Geschichte der Whisky-Herstellung haben sich unzählige Master Blender – also erfahrene Whisky-Entwickler – an der Kreation der perfekten Rezeptur versucht.
Whiskey-Destillerie
Die schwedische Manufaktur Mackmyra versucht nun, mit Microsoft und dem finnischen KI-Unternehmen Fourkind mit lernenden Maschinen einen kommerziellen Whisky zu entwickeln, der so gut schmeckt, dass er sogar Preise gewinnen könnte. Es wäre das erste KI-basierte Verbraucherprodukt von dieser Größe.

Rauchig oder sanft? KI-Whisky kommt im Herbst

Mackmyra füttert die künstliche Intelligenz in der Microsoft Cloud Azure mit diversen Whisky-Rezepten und Daten zur Reifung, Fermentation, Destillation, Geschmack, Verkaufszahlen und Beliebtheit bei den Kunden. Anhand dieser Eckdaten hat die Maschine ein Rezept aus über 70 Millionen erfolgversprechenden Variationen erschaffen. Dabei zieht die KI auch in Betracht, welche Arten von Fässern sich im Lager befinden, um einen qualitativ hochwertigen Whisky zu mischen. Mit dieser Methode und speziell angepassten Algorithmen erhofft sich der Hersteller zukünftig Rezepte, auf die kein Mensch je gekommen wäre. Die Jobs der Master Blender sind aber nicht ernsthaft in Gefahr: Die Expertise und den Geschmack eines Kenners kann auch die smarteste Maschine nicht ersetzen. Am Ende wird der neue Whisky zwar von einer Maschine entworfen, aber von einem Menschen kuratiert sein.

Künstliche Intelligenz: So schmeckt der Whisky

Es dauert zwar noch einige Monate, bis das Produkt fertiggestellt ist, geschmacklich dürfen Kunden aber mit Noten von Anis, Ingwer, weißem Pfeffer, etwas zitroniger Frische und mit einem trockenen Abgang rechnen. Ein Whisky muss mindestens drei Jahre lang im Fass reifen. Da die noch namenlose KI-Kreation bereits im Herbst 2019 auf den Markt kommt, ist dieses „neue” Projekt offenbar schon etwas länger im Reifungsprozess.
Übrigens: Man kann davon ausgehen, dass es nicht alleine bei Whisky bleiben wird. Schon bald könnten viele Endverbraucherprodukte wie etwa Parfüme oder Rezepte für andere Getränke aus der Feder einer künstlichen Intelligenz stammen.

 

https://news.microsoft.com/europe/features/meet-the-worlds-first-ai-created-whisky/

Mackmyra


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